Experten warnen:

Extremläufer könnten anfälliger für Darmkrebs sein

Gesund
22.05.2026 23:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sich fit zu halten und regelmäßig Sport zu treiben, wird eigentlich empfohlen, um Krebserkrankungen vorzubeugen. Im Zuge einer Studie machten Forschende aus den USA jedoch besorgniserregende Entdeckungen: Sie vermuten, dass extremes Laufen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, steigern könnten.

Bei dem amerikanischen Onkologen Timothy Cannon schrillten die Alarmglocken, als drei junge Männer ohne Vorerkrankungen wegen Darmkrebs zu ihm in Behandlung kamen. Ihre einzige Gemeinsamkeit: Sie alle waren passionierte Läufer. Zusammen mit mehreren Kollegen beschloss der Arzt, seinem Verdacht auf den Grund zu gehen und untersuchte 94 Extremläufer zwischen 35 und 50 Jahren. Alle der untersuchten Männer hatten mindestens fünf Marathons oder ähnlich anspruchsvolle Rennen absolviert.

Schockierende Anzahl an Polypen
Die Ergebnisse schockierten die Forscher: Fast die Hälfte der passionierten Läufer hatte Polypen. Einige davon könnten sich zu Krebs entwickeln. Manche waren sogar so fortgeschritten, dass die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, relativ hoch war. Zum Zeitpunkt der Untersuchung litt jedoch kein Läufer an Darmkrebs, wie die „Washington Post“ berichtet.

Laufen wirkt sich eigentlich positiv aus
Allgemein ist bekannt, dass Laufen und andere Sportarten das Risiko für Darmkrebs und andere Krebsarten senken. In einer großen Studie aus dem Jahr 2016 werteten Forscher Gesundheitsdaten von fast 1,5 Millionen US-amerikanischen und europäischen Menschen aus. Dabei stellten sie fest, dass Personen, die regelmäßig Sport trieben, ein bis zu 20 Prozent geringeres Risiko hatten, an Darmkrebs oder anderen häufigen Krebsarten zu erkranken, als Menschen, die keinen Sport treiben.

Enorme Anstrengung kann gefährlich sein
Ultraläufe oder mehrere Marathons pro Jahr stellen jedoch eine ganz andere Herausforderung dar, sagte Cannon. Durch die enorme Anstrengung „beginnt der Körper, das Blut vom Darm wegzuleiten“, erklärte der Onkologe, das Blut werden stattdessen besonders in die Beine gelenkt. Durch die Unterversorgung mit Blut und Sauerstoff können die Zellen im Darm absterben, und die Darmschleimhaut durchlässig werden. Entzündungen und Darmreizungen sind häufige Folgen. Die Zellen im Darm können sich dann rasant vermehren, was das Risiko von Mutationen und langfristig von Polypen und Krebs erhöhen würde, so Cannon.

Manche kritisierten die Studie als „nicht aussagekräftig“
Andere Ärzte zeigten sich interessiert, aber skeptisch der neuen Studie gegenüber. Eine Gastroenterologin aus Minnesota kritisierte etwa, dass es sich dabei um „eine sehr kleine Studie“ gehandelt habe. „Läufer sollten nicht in Panik geraten“, fuhr sie fort. Um die Erkenntnisse der Studie zu überprüfen, planen Cannon und seine Kollegen eine größer angelegte Folgestudie mit knapp 300 Teilnehmern. Dabei sollen auch Faktoren wie Gene und die Ernährung der Sportler untersucht werden.

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