Knapp 40 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit gehen auf Ursachen zurück, die grundsätzlich vermeidbar wären. Das zeigt eine Analyse globaler Daten für das Jahr 2022, die Rauchen, Alkoholkonsum und bestimmte Infektionen als häufigste Auslöser nennt.
Bei Frauen gelten demnach etwa 30 Prozent aller Krebsfälle als vermeidbar, bei Männern sogar mehr als 45 Prozent. Insgesamt liegt der Anteil bei 38 Prozent.
Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam um Isabelle Soerjomataram von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon, wie die Fachzeitschrift „Nature Medicine“ berichtet. Für ihre Analyse nutzten die Forscher weltweite Datenbanken, um die Krebsneuerkrankungen 2022 mit womöglich auslösenden Faktoren in Verbindung zu bringen.
Dies ist die erste globale Analyse, die aufzeigt, wie hoch das Krebsrisiko durch vermeidbare Ursachen ist.
Co-Autor André Ilbawi, Leiter des Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Krebsbekämpfung
Die Studienautoren verwendeten ausschließlich Risikofaktoren mit einem nachgewiesenen ursächlichen Zusammenhang mit Krebs, bei denen es außerdem zuverlässige Daten dazu gibt, wie sehr die Bevölkerung eines Landes ihnen ausgesetzt ist.
Risiken ungleich verteilt
Die Risiken sind nach Weltregion und Geschlecht ungleich verteilt. Bei Frauen sind in Afrika südlich der Sahara 38 Prozent aller Krebsfälle vermeidbar, in Nordafrika und Westasien dagegen nur knapp 25 Prozent. Häufigste Ursache bei den vermeidbaren Krebserkrankungen sind in großen Teilen Afrikas und Asiens Infektionen.
In Europa, Australien, den USA und Kanada ist das Rauchen der wichtiger Risikofaktor. Bei Männern ist der Anteil vermeidbarer Krebsfälle in Ostasien mit gut 57 Prozent am höchsten, in Lateinamerika und der Karibik mit etwa 28 Prozent am niedrigsten.
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