Der geplante Musikstreamingbeitrag stößt weiter auf Befürworter wie Kritiker. Während der Österreichische Musikrat (ÖMR) das Vorhaben und „alle Umsetzungsschritte“ begrüßt, lehnt Digital Music Europe (DME) eine verpflichtende Abgabe für Anbieter ab. Sie würde genau jenes Wirtschaftsmodell gefährden, „das die Erholung und das Wachstum des österreichischen Musikmarkts erst ermöglicht hat“.
„Musiker:innen sehen sich aktuell mit multiplen Herausforderungen konfrontiert von einer schwierigen Finanzierungssituation, einem unter Druck stehenden Live/Festivalmarkt, einem schrumpfenden Medienangebot, den nicht vergüteten KI-Nutzungen bis zu den zu geringen Einnahmen aus dem digitalen Vertrieb von Musikaufnahmen. Eine Musikstreamingabgabe wäre zum Wohle aller Marktteilnehmer:innen und somit eine Win-Win-Situation“, erklärte ÖMR-Generalsekretär Günther Wildner am Mittwoch in einer Aussendung.
Der 1956 gegründete Österreichische Musikrat ist Teil des mit der UNESCO assoziierten Internationalen Musikrats und versteht sich als Dachorganisation der musikbezogenen NGOs und betreibt Lobbying für in Österreich entstehende Rechte, Musikproduktionen und arbeitende Kreative in sämtlichen musikalischen Stilfeldern.
Streamingdienste nicht erfreut
Digital Music Europe (DME) vertritt hingegen laut Selbstdarstellung führende europäische Musik- und Audio-Streamingdienste. „Unsere Mitglieder haben den Zugang zu Musik sowie die Art und Weise, wie Musik in Europa und weltweit entdeckt und gehört wird, grundlegend verändert – zum Nutzen von Millionen von Verbraucher:innen und Kreativen“, heißt es. „Der österreichische Musikmarkt verzeichnet seit Jahren eine bemerkenswerte Erholung und ein nachhaltiges Wachstum, das maßgeblich durch Streaming getragen wird – diese Dynamik sollte bewahrt werden.“
Die Einführung einer Musikstreamingabgabe würde laut DME „genau jenes Wirtschaftsmodell gefährden, das die Erholung und das Wachstum des österreichischen Musikmarkts erst ermöglicht hat. Streamingdienste würden in ihrer Fähigkeit geschwächt, Investitionen zu tätigen, die der gesamten Musikbranche zugutekommen, während legale Musikangebote für Verbraucher:innen weniger zugänglich würden“, so die Stellungnahme.
Ähnlich äußerte sich IFPI Austria – der Verband hat Mitglieder wie Warner Music Austria, Sony Music Entertainment Austria und Universal Music – bereits am Dienstag. Entschiedene Befürworter fände die Streamingabgabe dagegen im Fachverband der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich.
Ein solcher Musikstreamingbeitrag sei nötig, da internationale Konzerne zwar an Konsum und Umsatz im lokalen Markt interessiert seien, aber zu wenig Wertschöpfung im Land lassen würden. „Sie ziehen Erlöse ab, ohne ausreichend in lokales Produkt und dessen Sichtbarkeit zu investieren“, monierte der Fachverband.
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