Täter „eigenwillig“

Mord an Ehefrau: Ort ist „einfach nur geschockt“

Steiermark
21.05.2026 07:45

Immer mehr Details werden zum Mord an einer 59-jährigen Steirerin im Bezirk Weiz bekannt. Ihr Ehemann (64) hatte die Tat ja am Mittwoch gestanden – zugetragen hat sie sich aber wohl schon am Sonntag. Die Waffe besaß er illegal. Mögliches Motiv der Tat: Die Krankheit der Frau. Im Ort sind alle schockiert, berichtet der Bürgermeister.

Noch immer erschüttert der Mord an einer 59-jährigen Steirerin ganz Österreich. „Ich bin einfach nur geschockt, es fehlen mir die Worte“, sagt auch Erich Prem, Bürgermeister der Gemeinde Gersdorf an der Feistritz, in der sich die Tat abspielte. „Ich bin seit 18 Jahren Bürgermeister hier, es leben 1800 Einwohner in der Gemeinde, uns ist Zusammenhalt wichtig, gutes Zusammenleben, es ist beschaulich hier. Dass so eine grauenvolle Bluttat passieren konnte, ist unvorstellbar.“

Hier kam es zur grausamen Bluttat.
Hier kam es zur grausamen Bluttat.(Bild: Christa Blümel)

Der Bürgermeister kannte das Ehepaar gut, „wir haben sie auch immer wieder unterstützt, da es ihnen finanziell nicht gut ging. Im Vorjahr zum Beispiel haben wir ihnen den Erlös vom Punschverkauf unseres Kripperlweges zukommen lassen.“ Sehr speziell sei das Paar in Bezug auf ihr abgelegenes Haus gewesen: „Das ist eines der wenigen, in das ich bei meinen Besuchen, etwa zu Weihnachten, nicht hineingekommen bin, da haben sie mich immer schon im Freien abgefangen, das war etwas seltsam.“

Die Polizei am Tatort in Gersdorf an der Feistritz im Bezirk Weiz
Die Polizei am Tatort in Gersdorf an der Feistritz im Bezirk Weiz(Bild: Christian Jauschowetz)

Aktueller Ermittlungsstand
Am Mittwoch wurde die Leiche der 59-Jährigen in einem abgelegenen Familienhaus gefunden – wir haben berichtet. Die Tat selbst dürfte sich aber schon vor einigen Tagen abgespielt, der Mann einige Tage neben seiner toten Frau gelebt haben: Laut aktuellem Ermittlungsstand der Polizei ist davon auszugehen, dass der 64-Jährige seine Gattin bereits am Sonntag getötet hatte. Am Tatort konnte auch die mutmaßliche Tatwaffe, ein Kleinkalibergewehr sichergestellt werden – der Verdächtige hat es offenbar illegal besessen.

Ein mögliches Motiv für die Tat: Die Frau war wohl krank, wirkte zuletzt stark untergewichtig. Der mutmaßliche Täter sei „eigenwillig“ gewesen, sagt Bürgermeister Prem: „Er war halt unbeholfen, sicher nicht der einfachste Mensch. Die Frau war Hausfrau, sehr zurückgezogen, sie dürfte eher zu allem ja und amen gesagt haben.“ Nie jedoch sei der Mann als aggresiv aufgefallen: „Dass da Gewaltpotenzial in ihm schlummert, das hätte ich mir niemals gedacht.“

Verhört konnte der Mann jedoch noch nicht werden. „Da der Mann offensichtliche Verletzungen – offenbar aufgrund eines Suizidversuchs – aufgewiesen hatte, wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert und ist derzeit nicht vernehmungsfähig“, berichtet die Polizei. 

Von der Staatsanwaltschaft Graz wurde ein Sachverständiger für Schusswaffen bestimmt sowie die Obduktion des Opfers angeordnet. Die Ermittlungen zum Tatmotiv sowie die Spurensicherung am Tatort sind laut Polizei noch nicht abgeschlossen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung