Schenkung in New York

Klimts „Adele“ geht ans Metropolitan Museum

Kultur
15.05.2026 11:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Neue Galerie New York wird Teil des benachbarten Metropolitan Museum, das der Österreicher Max Hollein leitet. Neben der exklusiven Kunst des Hauses gehen ab 2028 weitere prominente Klimt-Bilder der Privatsammlung von Ronald S. Lauder sowie finanzielle Mittel als Schenkung an das Museum.

Die Neue Galerie New York, das führende US-Museum für deutsche und österreichische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, wird in das auf der Upper East Side nur wenige Meter entfernte Metropolitan Museum of Art integriert. Die am Donnerstag veröffentlichte Vereinbarung gilt ab Anfang 2028 und sieht nicht nur vor, dass das 2001 eröffnete Haus und seine Sammlung künftig Teil des von dem Österreicher Max Hollein geführten Museums wird, sondern umfasst auch weitere Schenkungen.

Bedeutende Sammlung österreichischer Kunst
Von einem „weiteren großen Schritt in der Geschichte unserer Institution“ sprach Hollein, der seit 2018 an der Spitze des Met steht, dort eine grundlegende Erneuerungs- und Vergrößerungsstrategie umsetzt, aber auch der Neuen Galerie seit 2006 als Trustee verbunden ist, im Telefonat mit der APA. „Wir erhalten einen dritten Standort und werden den Geist des Gebäudes, das ja eine Gesamtkonzeption darstellt, erhalten und weiterführen. Eine der bedeutendsten Sammlungen österreichischer Kunst der Jahrhundertwende und der deutschen Kunst des Expressionismus und der 20er-Jahre kommt damit für immer in die Öffentlichkeit und wird Teil der Met-Sammlung.“

Wiedereröffnung im Herbst mit Jubiläumsausstellung
Das 1914 für den Industriellen William Starr Miller II errichtete Gebäude, das der Kunsthändler Serge Sabarsky und der Unternehmer, Kunstsammler und Ex-US-Botschafter in Österreich Ronald S. Lauder 2001 in ein Museum mit Café und Jahrhundertwende-Flair verwandelten, wird ab 27. Mai für eine Umgestaltung geschlossen und im Herbst mit einer „25th Anniversary Exhibition“, die alle Meisterwerke der Sammlung inklusive Gustav Klimts Porträt „Adele Bloch-Bauer I“ umfassen soll, wiedereröffnen, lässt Gründungsdirektorin Renée Price auf der Homepage wissen.

  „Zeitgleich mit dem 25-jährigen Jubiläum der Neuen Galerie markiert die Vereinbarung einen wegweisenden Schritt zur Bewahrung und Förderung dieses außergewöhnlichen kulturellen Erbes für künftige Generationen“, heißt es in einer Presseerklärung. Laut Hollein gehen nicht nur das Gebäude, sondern über 600 Objekte der Sammlung in den Besitz des Metropolitan Museum über.

Weitere Schenkungen aus Privatsammlung
Darüber hinaus wurde eine Schenkung von 13 herausragenden österreichischen und deutschen Gemälden des 20. Jahrhunderts aus der Privatsammlung von Ronald S. Lauder und seiner Tochter Aerin Lauder Zinterhofer angekündigt. Dazu gehören die bedeutenden Klimt-Gemälde „Die Tänzerin“ (um 1916-18) und „Der schwarze Federhut“ (1910), Ernst Ludwig Kirchners „Die Russische Tänzerin Mela“, Max Beckmanns „Galleria Umberto“ sowie Werke u.a. von Otto Dix, George Grosz und Franz Marc.

Zudem wurde „eine beträchtliche Spende zur Unterstützung eines Stiftungsfonds, der die langfristige Pflege und Erhaltung der Neuen Galerie finanziert“, sowie weitere „beträchtliche Mittel zur Deckung der Kosten im Zusammenhang mit der Integration der Sammlung und dem Gebäudebetrieb“ zugesagt. Für das Met bedeute dies nichts weniger als eine kostenneutrale Erweiterung von Fläche und Sammlung, erläuterte Hollein gegenüber der APA.

Mit einem großen Grundstock der Familie Lauder und dank erfolgreichen Werbens um finanzielles Engagement weiterer Trustees verfüge der Fonds über einen Kapitalstock von 200 Mio. Dollar und könne den laufenden Betrieb alleine aus den Zinsen bestreiten – für Hollein ein enormes philanthropisches Engagement der Familie Lauder und weiterer Gönner.

Künftig drei Standorte des Met
Die Neue Galerie, in der Shop und Café Sabarsky weiterbetrieben werden, wird in „The Met Ronald S. Lauder Neue Galerie“ umbenannt und soll neben dem Hauptgebäude „Met Fifth Avenue“ und dem „Met Cloisters“, wo im Fort Tryon Park nahe der Nordspitze Manhattans Teile der Mittelalter-Sammlung gezeigt werden, der dritte Standort des Metropolitan Museum of Art werden.

Ronald S. Lauder, der künftig einem dafür einzurichtenden Sonderbeirat vorsitzen wird, hielt in einem schriftlichen Statement fest: „Die Fusion mit dem Met im Jahr 2028 wird das Erbe der Neuen Galerie auf Dauer bewahren und stärken. Ich bin Max Hollein besonders dankbar für seine Führungsstärke und sein tiefes Verständnis für die historische Bedeutung dieser Sammlung. Unter seiner Leitung ist das Met nicht nur weiterhin eines der weltweit bedeutendsten Museen, sondern auch ein standhafter Hüter von Kultur, Erinnerung und Identität. Ich bin zuversichtlich, dass Max und das Met gut aufgestellt sind, um dieses Erbe in die Zukunft zu führen.“

Große Erweiterungspläne
Das Metropolitan Museum setzt gerade große Pläne um. Dazu zählt die Renovierung eines Viertels des 200.000 Quadratmeter großen Hauptgebäudes an der Fifth Avenue um insgesamt 1,5 Milliarden Dollar. Im Sommer 2025 eröffnete der Michael C. Rockefeller-Flügel für die Kunst Afrikas, Ozeaniens und des alten Amerikas. Erst vor wenigen Tagen eröffneten die neuen Condé M. Nast-Galerien mit der Ausstellung „Costume Art“. 2027 sperren neue Galerien für die Kunst des alten Westasiens und des alten Zyperns sowie neu gestaltete Bereiche für Gastronomie und Shops auf.

2030 wird das Großprojekt mit dem von der Architektin Frida Escobedo realisierten neuen Tang-Flügel für moderne und zeitgenössische Kunst abgeschlossen. Auch hier werde die Sammlung der Neuen Galerie, die künftig nicht ausschließlich dort gezeigt werden soll, eine besondere Rolle spielen, so Hollein.

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