Wer in unseren Breiten Polarlichter (auch als Aurorae bezeichnet) sehen will, muss entweder in den hohen Norden reisen oder braucht Glück und Geduld. Von der Raumstation ISS aus ist das Naturschauspiel wesentlich einfacher zu beobachten, wie diese Zeitraffer-Aufnahmen (siehe Video oben) zeigen.
„Wenn man dieses leuchtend grüne Band schimmern und tanzen sieht, verliert man sich leicht völlig in der Magie des Augenblicks“, zitiert die europäischen Weltraumbehörde ESA die französische Astronautin Sophie Adenot auf ihrer Website. Diese hatte das spektakuläre Naturschauspiel am 2. Juli von der Internationalen Raumstation (ISS) aus gefilmt.
Das Video zeigt, wie sich das Polarlichtband durch die obere Atmosphäre schlängelt und zu tanzen scheint, während die ISS über die Nachtseite unserer Erde rast.
Geladene Teilchen regen Moleküle zum Leuchten an
Aurorae werden beim Auftreffen von elektrisch geladenen Teilchen eines Sonnensturms auf die Atmosphäre hervorgerufen. Weil das Plasma von Sonnenwinden vom Magnetfeld der Erde entlang der Feldlinien zu den magnetischen Polen gelenkt wird, treten die Nordlichter hauptsächlich in den Polarregionen auf und werden deshalb auch als Polarlichter bezeichnet.
Beim Aufprall auf die oberste Schicht der Atmosphäre regen die Teilchen aufgrund einer geänderten Elektronen-Konfiguration dort vorhandene Moleküle (Sauerstoff oder etwa Stickstoff) zum Leuchten an. Nordlichter können verschiedene Farben haben – grünes Licht (wie in diesem Video) entsteht beispielsweise, wenn Sauerstoffatome angeregt werden.
In rund 90 Minuten einmal um die Erde
Mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Stundenkilometern rast die ISS in etwa 90 Minuten einmal um den Erdball. Raumfahrer schwärmen von dem Blick aus rund 400 Kilometern Höhe auf unseren Planeten. Nachts funkeln Megastädte, tagsüber glitzern Ozeane.
ISS soll bis 2030 betrieben werden
Mit dem Bau der ISS, die – geht es nach dem Willen von Japan, Kanada, der USA und den teilnehmenden Länder der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) – noch bis zum Jahr 2030 betreiben werden soll, war 1998 begonnen worden. Der im All äußerst wichtige Partner Russland hat sich bisher nur zu einem Betrieb bis 2028 verpflichtet, ist aber offen für einen Weiterbetrieb des Außenpostens der Menschheit im All bis 2030.
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