Lampi im Belvedere

Wenn die „Hundsgräfin“ die schlafende Venus spielt

Kultur
12.05.2026 21:00

Gemälde von Vater & Sohn Johann Baptist Lampi im Oberen Belvedere: Die Schau „Übermalt & freigelegt“ beschäftigt sich mit Kunstwerken, die im Laufe der Zeit bearbeitet und übermalt wurden.

Gemälde eines bedeutenden Künstlers zu übermalen, wird heute strafrechtlich verfolgt. Bis ins 19. Jahrhundert war es denkbar, ein Werk zu übermalen, wenn es nicht mehr den Wünschen des Sammlers, den Moralvorschriften oder dem Zeitgeschmack entsprach. Schon Papst Paul IV. ließ 1555 in der Capella Sixtina Nackte mit Hosen überpinseln.

So erging es auch Vater (1751 bis 1830) und Sohn (1775 bis 1837) Johann Baptist Lampi, aus dem Trentino gebürtig, denen das Belvedere in der Reihe „Im Blick“ die Ausstellung „Übermalt und freigelegt“ widmet (bis 11. Oktober).

„Venus“ mit Amor
„Venus“ ohne Amor 

Vater Lampi porträtierte in Wien, Warschau, St. Petersburg Monarchen, die Aristokratie, Großbürger. Er bekleidete Ehrenämter, wurde in den Ritterstand erhoben. Im Belvedere zeigen Röntgenaufnahmen u. a. bei seinem Warschauer Kinderporträt und bei der „Schlafenden Venus vor dem Spiegel“ von Lampi d. J. brutale Übermalungen.

Das populäre Bild der „Venus“ – als „Hundsgräfin“ in Emilie Victoria Kraus’ Romanen bekannt und vermutlich eine Geliebte Napoleons -, ist erstmals nach Freilegung und Restaurierung zu sehen: mit lachendem Amor, der sich davonstiehlt. Künstlerisch vollzogen die Lampi, Väter des Biedermeier, den Übergang vom Barock-Prunkbild zur bürgerlichen Porträtmalerei. Vater Lampi unterrichtete an der Wiener Akademie Waldmüller, Fendi & Kupelwieser.

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