„Krone“-Kommentar

Debatte um Kammerreform geht an AK & Co. vorüber

Kolumnen
11.07.2026 12:20

Es ist wie im Fußball: Das Spiel ist das gleiche geblieben, doch die erfolgreichen Taktiken und Strategien aus den 1950er-Jahren ziehen nicht mehr. So ist es auch mit der Sozialpartnerschaft, selbst wenn viele Vertreter noch immer dem einst erfolgreichen „typisch österreichischen“ großkoalitionären Hinterzimmer-Stil anhängen. Es ist auch praktisch: WKÖ und AK sind schließlich die verlängerten Werkbänke von ÖVP und SPÖ.

Zwei bis drei Milliarden Euro kostet uns die Sozialpartnerschaft jährlich. 13 (!) mit Zwangsbeiträgen finanzierte Kammern gibt es in Österreich, von der Arbeiterkammer über die Landwirtschaftskammer und die Ärztekammer bis zur Rechtsanwaltskammer.

Diese Woche stand die Wirtschaftskammer wieder in der Kritik. Aus Sicht des Rechnungshofs ist sie zu teuer, zu aufgebläht und zu intransparent – Chefin Martha Schultz will die Empfehlungen aufnehmen, ein ernsthaftes Bemühen um Reformen nimmt man ihr ab. Konkret sollen die Umlagen um 100 Millionen Euro runter, die Struktur muss schlanker werden. Ist es ein reines WKÖ-Problem? Mitnichten.

Die anderen Kammern fühlen sich von der Diskussion hingegen nicht angesprochen. An eine Umlagensenkung denkt man etwa bei der AK nicht, obwohl die Einnahmen seit 2004 um 130 Prozent auf mehr als 600 Millionen Euro stiegen. Während das Land strauchelt, schwimmen die Institutionen im Geld der Zwangsmitglieder.

Am Ende ist es ein System, das sich verselbstständigt, ein „Staat im Staat“ – mit Zwangsbeiträgen abgesichert, organisatorisch komplex, politisch einflussreich. Zeit, im 21. Jahrhundert anzukommen und alte Zöpfe abzuschneiden!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung