Seit 24 Jahren steht Karin Thaler als Marie Hofer für die „Rosenheim Cops“ vor der Kamera. Was ihre Fans jahrelang nicht wussten: Die Schauspielerin führte, wie sie selbst sagt, jahrelang ein „Dopelleben“. Denn hinter den Kulissen kämpfte sie gegen die Folgen der Spielsucht ihrer Mutter. Wie schwer das war, darüber spricht die 60-Jährige nun ganz offen.
Bei den Fans ist Karin Thaler nicht nur wegen ihrer Rolle in die „Rosenheim Cops“ beliebt, sondern auch wegen Auftritten unter anderem in der „Schwarzwaldklinik“ oder im „Bergdoktor“. Doch während der beliebte TV-Star, der am Sonntag seinen 61. Geburtstag feiert, immer berühmter wurde, spielte sich im Hintergrund ein Familien-Drama ab, das Thaler in ihrem Buch „Stark, weil ich stark sein musste“ aufarbeitet.
„Messerstich ins Herz“
Denn Thalers Mutter litt an einer Spielsucht – mit dramatischen Folgen, auch für ihre Tochter, wie diese im Interview mit dem ZDFheute schilderte. Alles habe Anfang der 90er-Jahre mit einem Brief einer Arbeitskollegin ihrer Mutter begonnen. Diese schilderte Thaler, dass ihre Mutter bei ihrer Arbeitsstelle 193.000 D-Mark (rund 99.000 Euro) unterschlagen hatte, um ihre Spielschulden zu begleichen.
Das sei „wie ein Messerstich ins Herz“ gewesen, erinnerte sich Thaler zurück. „Das war nicht zu fassen, nicht zu glauben, weil man gedacht hat, da geht es um jemand ganz anderen. Das kann doch nicht ich sein, das können doch nicht wir sein, wir mit dieser Liebe in unserer Familie.“
Thaler tat so „als wäre ich der Sonnenschein“
Die Schauspielerin übernahm eine Bürgschaft für ihre Mutter, doch auch sie kam irgendwann an ihre finanziellen Grenzen. Da traf ihre Mutter eine folgenschwere Entscheidung: Sie erpresste einen Supermarkt, wurde verhaftet und kam schließlich ins Gefängnis.
Eine schwierige Phase ihres Lebens, wie Thaler verriet: „Dann habe ich so ein kleines Doppelleben geführt. Immer gestrahlt am Set. Immer so getan, als wäre ich das Glückskind, der Sonnenschein. Aber in mir drin hat es einfach ganz anders ausgeschaut. Also das hat mich zwar auch viel Kraft gekostet, aber auch stark gemacht.“
„Rosenheim Cops“-Star verzieh ihrer Mutter
Diese Seite ihres Lebens hat sich Thaler jetzt in ihrem Buch von der Seele geschrieben – und hat ihr Werk, das sie auch für ihre 2022 verstorbene Mutter verfasst habe, mittlerweile auch selbst schon mehrfach gelesen. Für sie eine Art von Therapie, wie sie unterstrich.
Und trotz all der schmerzhaften Momente habe sie ihrer Mutter verziehen, verriet Thaler abschließend: „Tatsächlich habe ich meine Mama mein ganzes Leben lang mehr geliebt als alles andere und alle anderen. Sie war die Liebe meines Lebens.“
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