Frankreich

Eine Zeitreise mit Hochgenuss

Reisen & Urlaub
14.05.2026 10:00

Entdecken Sie das Périgord: Die französische Region begeistert Freunde von Kultur und Kulinarik mit jahrtausendealten Höhlenmalereien, mittelalterlichen Burgen, malerischen Landschaften sowie einer feinen Küche und den berühmten „schwarzen Diamanten“.

Mit Trüffeln oder den Krimis um den berühmten „Bruno, Chef de Police“ von Bestsellerautor Martin Walker verbinden viele das Périgord. Die historische Region im Südwesten Frankreichs deckt sich mit dem Département Dordogne und gilt als Inbegriff des Savoir-vivre, der Kunst, das Leben zu genießen. Warum das so ist, „ermittelt“ man am besten, indem man die rund zwei Autostunden von Bordeaux entfernte Region, benannt nach dem Fluss Dordogne, besucht. Stille Landschaften, historische Stätten, mittelalterliche Städte und imposante Schlösser findet man hier. Dazu kommt eine Küche, die vom einfachen Restaurant bis zur Sternegastronomie begeistert.

Périgueux eignet sich als guter Ausgangspunkt einer Reise. Die Hauptstadt der Region blickt auf 2000 Jahre Geschichte zurück. Aus der gallo-römischen Siedlung Vesunna entwickelte sich ein lebendiges Zentrum mit verwinkelten Gassen, mittelalterlicher Architektur und der markanten Kathedrale Saint-Front, die Vorbild für die Pariser Basilika Sacré-Coeur war. Naschkatzen sollten die Pralinen bei Chocolatier Frédérique Joseph neben dem Tourismusbüro probieren.

INFOS

ALLGEMEINE AUSKÜNFTE:

ANREISE: Von Wien mit dem Flugzeug nach Bordeaux (mit Air France über Paris oder mit Austrian Airlines und Lufthansa über München bzw. Frankfurt). Tickets (z. B. im September) ab rd. 300 € hin und retour mit Handgepäck. Anschließend Weiterreise mit dem Mietauto ins Périgord (ca. 2 Stunden, je nach Zielort).

Die Kunst steht im Mittelpunkt des Orts Montignac-Lascaux. Weiße Tonerde, Pigmente und Wasser sind die Ingredienzen für die von Künstlern und Restauratoren geschätzte Pastellkreide, die die Firma Pastels Girault seit 1780 herstellt. 170.000 Stifte in hunderten Farbvariationen werden jährlich gefertigt, von Hand geprägt und in die ganze Welt verschickt. Ein Höhepunkt der Reise ist das Internationale Zentrum für Höhlenkunst Lascaux. Die 1940 von vier Jugendlichen entdeckte Höhle von Lascaux gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse prähistorischer Kunst weltweit.

Lascaux IV: Faszinierende Nachbildung Tausende Jahre alter Höhlenmalereien.
Lascaux IV: Faszinierende Nachbildung Tausende Jahre alter Höhlenmalereien.(Bild: Declic & Decolle)

Sie beherbergt über 2000 rund 17.000 Jahre alte Malereien und Ritzzeichnungen, darunter eindrucksvolle Tierdarstellungen aus der Altsteinzeit. Um die empfindlichen Kunstwerke zu schützen, ist die Höhle seit 1963 geschlossen. Mit Lascaux IV wurde sie jedoch originalgetreu nachgebaut. Ein Erlebnis, das viele Besucher berührt. Ebenso sehenswert: die Grotte du Grand Roc in Les Eyzies mit ihren Stalaktiten und Stalagmiten. Guide Benjamin steckt mit seiner Begeisterung für die Höhle förmlich an.

Marktstände im mittelalterlichen Flair
Nach einem Kulturtag lädt das Hotel-Spa Les Glycines mit weitläufigem Garten, Pool und feinem Diner im Restaurant Le 1862, das mit einem Michelin-Stern dekoriert ist, zum Entspannen. Apropos Kulinarik, die spielt auch im rund 20 Minuten entfernten Sarlat eine Hauptrolle. Es reiht sich in die Liste der schönsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas ein. Berühmt ist die Stadt für ihren seit über 800 Jahren bestehenden Markt.

Marktbesuch in Sarlat ...
Marktbesuch in Sarlat ...(Bild: Mario Aberl)
... und Mittagessen im Restaurant Le Bistrot mit gegrillter Entenkeule und in Entenfett ...
... und Mittagessen im Restaurant Le Bistrot mit gegrillter Entenkeule und in Entenfett gebratenen Erdäpfeln mit Pilzen(Bild: Mario Aberl)

Mittwochs und samstags herrscht inmitten der einzigartigen Kulisse reger Trubel zwischen den Marktständen mit regionalen Spezialitäten wie Confit de Canard, den langsam im eigenen Fett gegarten Entenkeulen. Die frühere Marienkirche ist heute Markthalle und beeindruckt mit ihren 15 Meter hohen Toren.

Ausflugstipps

Einen einmaligen Blick auf die Stadt und ihre markant-steilen Kalksteindächer gewährt der Panorama-Lift im ehemaligen Kirchturm. Der „schwarze Diamant“, die berühmte Périgord-Trüffel, wird am Trüffelmarkt im Winter zu stolzen Preisen angeboten. Wer in einem der vielen Restaurants einkehrt, sollte eines wählen, das nicht nur saisonal, sondern ganzjährig geöffnet hat, so die Empfehlung einer Bewohnerin.

Märchengarten über den „Dächern“ des Périgord
Die bisher gesammelten Eindrücke lassen sich im malerischen Dorf La Roque-Gageac bei einer gemütlichen Fahrt mit einer traditionellen Gabarre auf der Dordogne gut sortieren. Die flachbodigen Holzboote dienten einst dem Warentransport und gleiten heute sanft über den Fluss, auf dem im Sommer viele Kajak- und Kanufahrer unterwegs sind.

Gabarre-Fahrt auf der Dordogne mit Blick auf Schloss Castelnaud
Gabarre-Fahrt auf der Dordogne mit Blick auf Schloss Castelnaud(Bild: Mickael BOUTRY)

Hoch über dem Tal wartet mit den Gärten von Marqueyssac ein weiteres Naturjuwel. Auf 22 Hektar formen unter anderem mehr als 150.000, oft kunstvoll in Kugeln und Quader geschnittene Buchsbäume eine märchenhafte Landschaft aus verschlungenen Wegen und stillen Aussichtspunkten.

Gärten von Marqueyssac
Gärten von Marqueyssac(Bild: Jardins Marqueyssac/Laugery Bordeaux)

Von hier aus eröffnen sich spektakuläre Blicke auf die Dordogne, ihre Burgen und die umliegenden Dörfer. Selbst an gut besuchten Tagen findet man ruhige Plätzchen, vielleicht beobachtet vom stolzen Pfau, der mit majestätischer Gelassenheit durch die Anlage schreitet.

Autor Mario Aberl erkundet das Périgord im Swincar.
Autor Mario Aberl erkundet das Périgord im Swincar.(Bild: Mario Aberl)

Eine originelle und umweltfreundliche Möglichkeit, die Schönheit des Périgord zu entdecken, sind die „Swincars“. Die vierrädrigen Elektrofahrzeuge meistern unwegsames Gelände dank eines Pendelsystems nahezu geräuschlos. Dabei genießt man den Anblick von Landschaft und Burgen wie das hoch über der Dordogne thronende Château de Beynac, das man unbedingt besuchen sollte.

„Schwarze Diamanten“ im Schlösschen genießen
Die Ehre, im Reigen der „schönsten Dörfer Frankreichs“ dabei zu sein, hat Monpazier. Die 1284 durch Eduard I. von England gegründete Bastide gilt als Musterbeispiel mittelalterlicher Planstädte im Périgord. Der schachbrettartige Grundriss mit zentralem Marktplatz und Markthalle aus dem 16. Jahrhundert prägt das historische Ortsbild bis heute. Wunderbar nächtigen kann man im Hotel Le Chevalier Bleu (Der blaue Reiter) oder in einem kleinen Schlösschen, dem feinen Boutique-Hotel Edward 1er von Isabelle und Michel Fredric.

Foie gras mit Trüffel- Brioche im Eléonore.
Foie gras mit Trüffel- Brioche im Eléonore.(Bild: Mario Aberl)

Sie sind Gastgeber aus Leidenschaft und servieren in ihrem Restaurant Eléonore ausgezeichnete Küche. Ein 6-gängiges Trüffelmenü gibt es um nur 85 €. Dazu kennt sich Besitzer Michel, der vom weltberühmten Paul Bocuse gelernt hat, hervorragend mit den kostbaren Knollen aus und pflanzt auch selbst Bäume. In der Hoffnung, mit einem Trüffelhund bald selbst einen der „schwarzen Diamanten“ zu ernten.

Tipps: Hotel & Essen

(Preisbeispiele für 2 Pers. im September)

Romantische Residenz: das Hotel Edward 1er.
Romantische Residenz: das Hotel Edward 1er.(Bild: Mario Aberl)
Edle Delikatessen: Trüffel aus dem Périgord.
Edle Delikatessen: Trüffel aus dem Périgord.(Bild: Photocuisine)

Wie könnte man diese genussvolle Zeitreise durch Jahrhunderte und Jahrtausende besser beschließen als mit einem Glas Wein aus der Region Bergerac bei einer Verkostung am Weingut Vignoble de Verdots? Nach diesen Tagen ist klar, warum das Périgord als Inbegriff des Savoir-vivre gilt. Fall gelöst!

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