Das poppige Duo

Mini Country-/Paceman: Mit feiner Klinge gestrafft

Motor
05.07.2014 23:55
Im Falle eines chirurgischen Facelifts kann es als Kompliment gelten, wenn man hinterher nicht ständig angesprochen wird mit "hast du dich etwa operieren lassen?", weil die Änderungen zwar zum Besseren gereichen, aber nicht (negativ) auffallen. Insofern hat MINI beim Facelift der SUV-Brüder Countryman und Paceman einiges richtig gemacht: Für die zweite Modellzyklushälfte wurde die ganz feine Klinge angesetzt und zudem erfreulich an inneren Werten gearbeitet.
(Bild: kmm)

Wobei man genau genommen nur beim Countryman von der zweiten Zyklushälfte sprechen kann, da der (zweitürige) Paceman ja erst vor anderthalb Jahren nachgereicht wurde, die Adaptionen aber parallel erfolgt sind.

Wer genau hinschaut, erkennt Phantomias-Ringe um die Scheinwerfer, einen geänderten Kühlergrill mit einer Chromspange oder einen designmäßig angedeuteten Unterfahrschutz vorne und hinten samt seitlichen Schwellern (Serie bei den Allradlern, Option bei Frontantrieb). Wirklich auffällig ist nur das runde LED-Tagfahrlicht links und rechts außen im Stoßfänger; neuerdings sind auch LED-Nebelscheinwerfer erhältlich. Neu designte (und leichtere) Alufelgen gibt es ebenso wie neue Farbtöne (etwa Jungle Green wie oben auf den Fotos). Einen echten Unterschied machen die Optik-Retuschen nicht.

Wo man es nicht sieht, ist mehr passiert. So wurde der Unterboden verkleidet. Das bringt einen günstigeren Verbrauch und soll auch die Straßenlage weiter verbessern. Allein die reibungsärmeren Radlager sollen 2 g/km CO2 einsparen, auch rollwiderstandsoptimierte Reifen (Option) senken den Verbrauch. Vorzeigemotoren am Altar des guten Gewissens sind die beiden kleineren Diesel "One D" und "Cooper D" (90 bzw. 112 PS) mit 4,2 l/100km.

Die Motoren erfüllen jetzt die Euro6-Norm, verbrauchen weniger als vorher und sind außerdem bei gleicher Leistung durchzugsstärker. Einzig der Cooper S erhielt auch eine Leistungsspritze und kommt nun auf 190 PS. Ob man die 5 kW Unterschied merkt, wird man wohl nur im direkten Vergleich feststellen. Bei Testfahrten in Schweden erwies sich das Triebwerk in der 1.390 kg schweren Allradversion (4x2 wiegt nur 1.310 kg) jedenfalls als kräftige Ideallösung, die uns nicht ständig auf die unverändert 218 PS starke John-Cooper-Works-Version schielen ließ. Auf dem Papier liegen 0,8 Sekunden zwischen den beiden Allradlern beim Standardsprint.

Die neuen Dreizylindermotoren aus dem gerade vorgestellten, brandneuen MINI Hatchback werden hier nicht angeboten.

Ansonsten bleiben den beiden größten MINIs ihre Qualitäten erhalten. Das Fahrverhalten, das sich nach MINI anfühlt, die markentypischen Insignien vom Suppenschüsseltacho bis zum gesamten Erscheinungsbild; der 330/350 Liter große Kofferraum, der sich auf 1.080/1.170 Liter erweitern lässt, dessen doppelter Boden aber flexibler einsetzbar sein könnte; die verschiebbare Rückbank im Countryman. Der optionale Allradantrieb All4 bleibt gewohnt gut, die Geländefähigkeiten mit 14,5 cm Bodenfreiheit (John Cooper Works nochmals 2 cm tiefer) gewohnt enden wollend.

Die Preise sinken übrigens geringfügig – dank des günstigeren Verbrauchs. Der MINI One Countryman mit 98 PS ist ab 21.090 Euro zu haben, beim Paceman verzichtet MINI auf den Basismotor. Hier ist der MINI Cooper Paceman der Einstieg, zum Preis von 23.940. Prinzipiell sind die Preise für Countryman und Paceman aber identisch.

Wenige, sinnvoll geänderte Details rühren nicht an den Grundfesten der lustigen, kleinen SUVs, machen sie aber noch ein Stück weit attraktiver. Für diejenigen, welchen MINIs nicht generell zu poppig, jugendlich oder für Puristen schlichtweg zu groß sind.

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(Bild: kmm)



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