Auch wenn wir nicht Höchstleistungen wie Spitzenathleten vollbringen, können wir einiges von ihnen lernen. Etwa, wie wir unsere Vorhaben – ob im Sport oder Beruf – besser erreichen. Clemens Doppler, ehemaliger österreichischer Beachvolleyballspieler, erklärt seinen Drei-Stufen-Plan zum Erreichen großer Ziele.
Clemens Doppler ist Vize-Weltmeister, zweifacher Europameister, neunfacher österreichischer Meister sowie vierfacher Olympionike im Beachvolleyball. Er hat diesen Sport über zwei Jahrzehnte hinweg auf höchstem Niveau geprägt. Trotz drei erlittenen Kreuzbandrissen und insgesamt 13 Knieoperationen kämpfte sich Clemens Doppler mehrmals erfolgreich zurück an die Weltspitze.
Der Oberösterreicher, der im Jahr 2022 seine Sportkarriere beendete, besitzt ein Diplom in Trainings- und Sportmanagement, ein abgeschlossenes MBA-Studium und eine Ausbildung zum diplomierten systemischen Coach. Er begleitet nun Menschen, Teams und Unternehmen durch Vorträge, Workshops und Coachings dabei, Veränderung aktiv zu gestalten. Clemens Doppler weiß nicht nur genau, wie man Ziele setzt, sondern gilt auch als Spezialist, wenn es darum geht, Rückschläge zu verarbeiten.
„Krone“: Herr Doppler, was sind die zentralen Strategien von Spitzensportlern, um Ziele zu erreichen?
Clemens Doppler: Wenn es um große Ziele geht, plane ich diese immer mit folgendem Drei-Stufen-Plan:
1. Kontrolle: Wir brauchen zuerst Kontrolle über die Dinge, die wir jeden Tag tun. Das heißt, viel Zeit an den Basics verbringen, um dort Sicherheit zu bekommen.
2. Richtung. Erst, wenn ich die Kontrolle habe, kann ich die Richtung ändern. Wenn wir uns Ziele setzen, müssen wir oft die Richtung ändern. Der Markt ändert sich, Kundenwünsche ändern sich usw. Wenn ich keine Kontrolle habe, kann ich unmöglich eine andere Richtung einschlagen. Erst dann kann ich zum letzten Punkt kommen.
3. Tempo. Erst wenn ich die Kontrolle habe und die Richtung variieren kann, kann ich das Tempo erhöhen, also richtig Gas geben.
Wenn ich Beachvolleyball lernen möchte, dann braucht es zuerst einmal die Kontrolle über die Basics, dann kann ich die Richtung und zuletzt das Tempo ändern.

Clemens Doppler, ehemaliger österreichischer Beachvolleyballspieler
Bild: Clemens Doppler
Und dieses System lässt sich vom Sport auch für andere Bereiche übernehmen?
Das ist eine schöne Analogie zwischen Spitzensport und der Wirtschaft. Wenn ich Beachvolleyball spielen lernen möchte, dann braucht es zuerst einmal die Kontrolle über die Basics, um dann mehr links, mehr rechts, kürzer oder länger zu spielen, also die Richtung zu variieren. Erst dann kann ich im letzten Schritt das Tempo erhöhen, sprich fest schlagen oder Tempo herauszunehmen.
Und das ist in der Wirtschaft sehr ähnlich. Leider machen viele Teams und Unternehmen den Fehler, Tempo vor Kontrolle zu setzen und wundern sich dann, warum sie ausbrennen und ihre Ziele nicht erreichen.
Clemens Doppler tritt auch als Botschafter der „Sporthilfe Teamchallenge“ auf:
Vom 1. bis 10. Juni 2026 können Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen und Kolleginnen beweisen, dass Sie das beste Team des Landes sind und dabei gleichzeitig österreichische Nachwuchs- und Spitzensportler mit und ohne Behinderungen fördern.
Gemeinsam geht es in den zehn Tagen darum, als 3er-Team drei Ziele zu erreichen. Die Challenge lässt sich leicht in den Alltag integrieren. Tolle Preise warten!
Bei Fragen: service@sports-selection.at oder +43-1-43 800 93.
Was kann jeder tun, um seine Resilienz, das heißt seine psychische Widerstandskraft zu stärken, um Krisen und schwierige Lebenssituationen besser zu meistern und oft gestärkt daraus hervorzugehen?
Für mich hat Resilienz viel mit unserem gerichteten Fokus zu tun. Fokus ist eine unterschätzte Superkraft, denn nur wir können unseren Fokus steuern. Schauen wir immer nur auf unsere Schwächen, oder fokussieren wir unsere Stärken, um diese voll ausspielen zu können?
Meine Neugier, zu sehen, was in schwierigen Zeiten alles möglich ist, war schon immer stärker als die Angst davor, was alles passieren kann. Dieses Mindset hat mir in allen schweren Situationen geholfen, diese zu meistern.
Vielen Dank für das Interview.
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