„Reisefertig gemacht“

Haft für Unterstützer von Bankomat-Sprenger-Bande

Gericht
08.04.2026 14:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Unter hohen Sicherheitsmaßnahmen fand am Mittwoch am Wiener Landl ein Prozess gegen zwei Männer statt, denen vorgeworfen wurde, im vergangenen Jahr eine berüchtigte Bankomat-Sprenger-Bande unterstützt zu haben. Dieser Gruppierung werden allein in Wien 14 Taten zugeschrieben. Ein Algerier (27) wurde nicht rechtskräftig zu sieben Jahren Haft verurteilt. 

Laut Staatsanwalt habe er der niederländischen Bande „viel geholfen“. Dem Mann wurde vorgeworfen, der Gruppe eine Wohnung in Wien-Donaustadt zur Verfügung gestellt sowie E-Roller und Mietautos organisiert zu haben, die bei zwei Sprengungen in Liesing und Leopoldstadt verwendet wurden.

Beteiligten „reisefertig“ gemacht
Nach einer Tat am 6. April 2025, bei der zwei Täter von der Polizei angeschossen wurden und einer festgenommen werden konnte, gelang einem weiteren Beteiligten die Flucht in die angemietete Wohnung. Dort sollen die beiden Angeklagten ihn medizinisch versorgt und mit Kleidung ausgestattet haben. „Sie haben ihn reisefertig gemacht“, so der Staatsanwalt.

Der Täter konnte anschließend in die Niederlande zurückkehren, wurde jedoch später durch DNA-Spuren identifiziert und infolge internationaler Zusammenarbeit festgenommen.

Fahrzeuge für Täter organisiert
Der Hauptangeklagte räumte ein, der Gruppe eine Wohnung überlassen zu haben, betonte jedoch, es sei ihm lediglich um die Mieteinnahmen von insgesamt 5000 Euro gegangen. „Als ich erfahren habe, was die machen, habe ich sie rausgeworfen“, erklärte er. Zudem gab er zu, eine Bekannte vermittelt zu haben, die Fahrzeuge für die Täter organisierte. Sein Verteidiger bestätigte: „Insofern hat es Unterstützungshandlungen gegeben“.

Zitat Icon

Als ich erfahren habe, was die machen, habe ich sie rausgeworfen.

Behauptet der Angeklagte (27) vor Gericht.

Der zweite Angeklagte, ein 34-jähriger Österreicher, wies hingegen jede Beteiligung zurück. Laut seiner Verteidigung habe er lediglich gemeinsam mit dem Erstangeklagten Drogen konsumiert und nichts von dessen Kontakten zur Bande gewusst. Auch die Tatsache, dass sein Auto häufig in der Nähe der Wohnung gesehen wurde, sei kein Beweis: „Er hat oft seine Schwester besucht. Die wohnt zufällig 100 Meter Luftlinie von dieser Wohnung entfernt.“

Ebenso sei die Belastung durch eine Zeugin nicht ausreichend, da sie sich nur auf Erzählungen stützte. „Dieser Vorname ist ein Allerweltsname. Ich kenne allein sieben Männer, die so heißen“, argumentierte der Verteidiger.

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich zahlreiche Bankomaten gesprengt. Der Bande aus den ...
Im vergangenen Jahr wurden in Österreich zahlreiche Bankomaten gesprengt. Der Bande aus den Niederlanden werden allein 14 Taten zugeschrieben. (Archivbild)(Bild: Martin A. Jöchl)

Das Gericht folgte dieser Darstellung und sprach den 34-Jährigen in Bezug auf die Bankomat-Sprengungen frei. Wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs wurde er jedoch zu 15 Monaten unbedingter Haft verurteilt, da er trotz hoher Kasinoeinsätze unrechtmäßig Notstandshilfe bezogen hatte.

Auch wegen Drogenhandels verurteilt
Der 27-Jährige wurde zusätzlich wegen umfangreichen Drogenhandels verurteilt. Er gestand, seit Herbst 2024 rund eineinhalb Kilogramm Kokain sowie vier Kilogramm Cannabis verkauft zu haben. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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