Sind 237 Euro zu viel?

Großer Ärger über hohe Rechnung fürs Rasenmähen

Burgenland
26.05.2026 06:00

Eine Gartenbesitzerin fühlt sich von einer Firma abgezockt. Einer der Arbeiter soll nur zugeschaut haben. Stimmt nicht, sagt hingegen der beauftragte Betrieb.

Das Pech schlug bei einer 60-Jährigen in Wulkaprodersdorf zu: Gerade zu Beginn der Gartensaison streikte plötzlich ihr Rasenmäher. Weil sie nicht gleich einen neuen kaufen wollte, entschloss sie sich, eine Firma mit den Mäharbeiten für ihren rund 700 Quadratmeter großen Garten zu beauftragen. Zwei Unternehmen schrieb sie an. Die Entscheidung fiel dann auf den sozialökonomischen Betrieb „Power Team“ des BFI. Am gewünschten Termin standen die Arbeiter pünktlich vor der Tür.

Vier statt zwei Arbeitern
Für die Gartenbesitzerin gab es aber gleich die erste Überraschung: Gerechnet hatte sie mit zwei Arbeitern, gekommen waren vier. Die Arbeit wurde tadellos erledigt, doch bei der Rechnung wartete der nächste Schock: 237 Euro sollte sie für die zweieinhalb Stunden zahlen.

Der vierte Mann war zwar „gratis“, der habe aber ohnehin nur zugeschaut, sagt die 60-Jährige. Sie fühlt sich nun über den Tisch gezogen. Im Vorfeld sei sie nicht über die zu erwartenden Kosten informiert worden, erklärt die Wulkaprodersdorferin. Am Telefon sei ihr nur gesagt worden, dass sie es nirgendwo anders so billig bekomme. „Wenn ich gewusst hätte, dass das so teuer ist, hätte ich das nicht gemacht“, meint hingegen die Frau. Das Angebot des zweiten Betriebs sei um 100 Euro günstiger gewesen.

Billig oder teuer? Rasenmäh-Service hat ein Nachspiel. (Symbolbild)
Billig oder teuer? Rasenmäh-Service hat ein Nachspiel. (Symbolbild)(Bild: Sepp Pail)

Arbeiter mussten vorher Schnecken einsammeln
Beim „Power Team“ kann man die Kritik nicht nachvollziehen. Der Preis von 25 Euro pro Stunde werde immer gleich zu Beginn mitgeteilt, sagt Projektleiter Michael Friedrich. Das sei im Vergleich zu anderen Anbietern sehr günstig. Auch, dass es voraussichtlich drei Stunden dauern werde, sei gesagt worden. Hinzu kommen Anfahrtspauschale und Kosten für den Anhänger. Alle vier Männer hätten fleißig gearbeitet.

„Es geht fast nicht billiger in Zeiten wie diesen.“ Wären nur zwei Arbeiter gekommen, hätte das Mähen dafür umso länger gedauert. Die Gartenbesitzerin habe zudem sogar den Bonus gehabt, dass der vierte Mann, der gerade angelernt werde, gratis gearbeitet habe.

Ameisenhügel waren im Weg
Und: Die Arbeiter hätten vor dem Mähen des Gartens alle Schnecken einsammeln und anschließend in Sicherheit bringen müssen. Auch hätten sie alle Ameisenhügel vorsichtig umfahren müssen. Deswegen habe die Arbeit etwas länger gedauert, so Friedrich.

Das „Power Team“ zähle rund 500 Kunden, Beschwerden gebe es aber kaum, meint der Projektleiter. Eine Kulanz könne er der Gartenbesitzerin nicht anbieten, es gebe auch keinen Grund dafür.

Die ganze Sache könnte nun trotzdem noch ein gutes Ende finden. Seitens des BFI will man sich demnächst mit der Gartenbesitzerin treffen, um die Sache zu klären. 

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