Bundesbank-Vorständin:

Europa braucht „Ökosystem“ für digitales Bezahlen

Digital
17.03.2026 10:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Fritzi Köhler-Geib, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, sieht die Frage der europäischen Souveränität als schlagendes Argument für einen digitalen Euro. Es mangle derzeit noch an einer eigenen paneuropäischen Infrastruktur bei Zahlungsmitteln, sagte sie am Montag bei einer Online-Veranstaltung des OECD Berlin Centre. Es sei an der Zeit, dass sich Europa unabhängiger von US-Anbietern wie Mastercard oder Visa mache.

Es gebe zwar viele Ansätze auf dem Kontinent, doch habe sich noch keines dieser Angebote europaweit durchgesetzt, sagte Köhler-Geib. Die Top-Ökonomin ist im Bundesbankvorstand unter anderem für Informationstechnologie und Risikocontrolling zuständig.

Da man es mit einer „souveränen Aufgabe“ zu tun habe, sei das Eurosystem aus Europäischer Zentralbank und den nationalen Notenbanken der Staaten der Währungsunion vermutlich eine gute Adresse, um ein digitales Zahlungsmittel zur Verfügung zu stellen. Daneben könnten private Initiativen existieren. Sie stelle sich ein „Ökosystem von Zahlungsmöglichkeiten in Europa“ vor – privat und öffentlich, sagte Köhler-Geib.

Banken: Digitaler Euro darf keine Parallelwert werden
Der Chef des Bundesverbands deutscher Banken, Christian Sewing, hat gefordert, der Digitale Euro dürfe auf keinen Fall eine Parallelwelt werden. Er werde aus Sicht der Banken nur überzeugen können, wenn er sich in die bestehenden Wallet-Lösungen wie etwa Wero einfüge, sagte der Chef der Deutschen Bank unlängst.

Wero ist ein digitales Zahlungssystem, das Überweisungen in Sekundenschnelle zwischen Bankkonten ermöglicht. Es wird von der European Payments Initiative betrieben, einem Zusammenschluss europäischer Banken und Zahlungsanbieter, zu dem auch die Deutsche Bank gehört. Überdies gibt es mit Bizum ein von spanischen Banken getragenes Sofortzahlungs-System, das in die Apps von Geldhäusern integriert ist.

Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt das Jahr 2027 für ein Pilotprojekt zum digitalen Euro an. Die digitale Version der Gemeinschaftswährung soll das Euro-Bargeld ergänzen, aber nicht ersetzen und überall im Euro-Raum als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Über eine EZB-App soll die Digitalwährung nutzbar sein.

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