Der 51-jährige Pizzakoch ist seit über 20 Jahren bereits in Österreich – die Werte dürfte der Afghane jedoch nicht übernommen haben. Denn als seine 15-jährige Tochter bekannt gab, einen Freund zu haben, rastete er aus. Und stach über ein Dutzend Mal auf das Mädchen ein. Am kommenden Dienstag wird ihm in Wien wegen Mordversuchs der Prozess gemacht.
Dass sich eine 15-Jährige zum ersten Mal verliebte, musste sie beinahe mit ihrem Leben bezahlen. Das Mädchen führte ihre erste Beziehung mit einem gleichaltrigen Burschen mit rumänischen Wurzeln – es sollte eigentlich das normalste überhaupt sein. Nicht den Augen ihrer afghanischen Familie.
„Mädchen darf nicht selbst entscheiden“
Was in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zu lesen ist, kann man schwer nachvollziehen: „Die Großeltern erfuhren von der Beziehung und meinten, das Mädchen dürfte nicht selbst entscheiden, wen sie heiraten wollte, sie sei einem 22 Jahre alten Afghanen im Heimatland versprochen.“ Etwas, was die 15-Jährige ihrer Familie gegenüber aber entschieden ablehnte.
Du hast unsere Familie beschmutzt und du denkst, ich lasse dich einfach so davonkommen?
Vater während er auf Tochter (15) einstach
Ihr Vater schritt dann zu einer unvorstellbaren Tat, wegen jener er am 19. Mai im Wiener Landesgericht vor Geschworenen Platz nehmen muss. Zuerst kündigte er an, den Freund der Tochter umbringen zu wollen, stürmte am 24. November vergangenen Jahres aus der Wohnung. Doch kam unverrichteter Dinge wieder zurück. Als die 15-Jährige einen mutigen Entschluss fasste und zur Polizei gehen wollte, eskalierte die Situation völlig. Der 51-Jährige folgte ihr mit einem Küchenmesser – und stach auf offener Straße zu.
Über ein Dutzend Mal versuchte der Pizzakoch, seine eigene Tochter, die bereits am Boden lag und schrie, in den Oberkörper, Hals und den Kopf zu treffen. So fest, dass die Klinge sogar abbrach. „Du hast unsere Familie beschmutzt und du denkst, ich lasse dich einfach so davonkommen?“, soll der Afghane, der bereits seit 2004 in Österreich lebt, geschrien haben. Nur, weil Passanten einen Arzt aus einer nahegelegenen Ordination holten, überlebte das Mädchen.
Erschreckende Aussage bei Polizei
Laut Staatsanwaltschaft habe er schließlich gegenüber den Polizisten sinngemäß angegeben: „Ich war es. Ich habe sie mit dem Messer gestochen. Ich bin im Recht. Meine Tochter hat einen Freund.“ Gerichtspsychiater Peter Hofmann schließt im Ermittlungsverfahren auf einen „konservativen afghanischen Hintergrund“. „Der Angeklagte fühlte sich offenbar in seiner patriarchalen Führungsposition infrage gestellt.“
Das letzte halbe Jahr in Untersuchungshaft dürfte bei dem Afghanen aber zu einem Umdenken geführt haben. Sein Verteidiger Peter Philipp sagt gegenüber der „Krone“: „Mein Mandant wird sich umfassend geständig verantworten.“ Wegen versuchten Mordes droht ihm bis zu lebenslanger Haft. Seine 15-jährige Tochter soll im Prozess am kommenden Dienstag persönlich aussagen.
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