EZB-Direktor Piero Cipollone hat sich angesichts der wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und Europa für einen digitalen Euro stark gemacht. Mit diesem werde ein gemeinsamer Standard geschaffen und auch die Souveränität Europas gestärkt, sagte er.
Dank der gemeinsamen Infrastruktur könnten Anbieter wie der neue Bezahldienst Wero, eine Initiative mehrerer europäischer Banken, überall in Europa tätig sein, sagte der Italiener der „Süddeutschen Zeitung“. „Das ist wie ein öffentliches Schienennetz, auf dem jedes Eisenbahnunternehmen seine Züge einsetzen und jedes Ziel erreichen kann“, sagte der Italiener der „Süddeutschen Zeitung“.
Mit einer solchen Infrastruktur werde es zudem einfacher für private europäische Anbieter von Zahlungssystemen, ihr Geschäft auszuweiten und überall im Euroraum anzubieten.
Abhängigkeit von US-Anbietern
„Heute besitzen US-Konzerne kritische Teile der Infrastruktur – sie können uns theoretisch den Stecker ziehen“, sagte Cipollone und fügte an: „Mit einer europäischen Infrastruktur würden die Schienen uns gehören. Beim Ausfall eines Anbieters hätten wir in Europa noch genug Alternativen.“
Die Europäische Zentralbank peilt das Jahr 2027 für ein Pilotprojekt zum digitalen Euro an. Die digitale Version der Gemeinschaftswährung soll das Euro-Bargeld ergänzen, aber nicht ersetzen und überall im Euro-Raum als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Über eine EZB-App soll die Digitalwährung nutzbar sein.
Mit ihr will Europa unabhängiger werden von US-Anbietern wie Paypal, Apple Pay, Mastercard oder Visa. Die EZB reagiert mit dem Projekt auch auf den zunehmenden Rückgang der Bargeldnutzung. Das gesamte Eurosystem sollte aus Sicht der EZB im Jahr 2029 bereit für eine potenzielle erste Ausgabe des digitalen Euro sein.
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