Der ORF-Stiftungsratsvorsitzende Heinz Lederer (SPÖ) wehrt sich gegen ÖVP-Wünsche zu den Einsparungen im ORF. Er bekennt sich zu Kürzungen mit Maß, Ziel und Sinn, die in einem eigenen Ausschuss beschlossen werden – und vor allem das ORF-Zentrum am Küniglberg betreffen sollen.
Ältere werden sich vielleicht erinnern: Vom 20. Dezember 1969 bis zum 2. Dezember 1972 wurden insgesamt 24 Folgen der auch vom ORF produzierten Show „Wünsch dir was“ ausgestrahlt. Zumindest mit Blick auf die aktuellen Geschehnisse rund um den ORF könnte man davon ausgehen, dass die Show ein Revival feiert. Auch, wenn es um die Einsparungen beim Gebührengiganten geht. Wie berichtet, will ÖVP-Mediensprecher Nico Marchetti dem ORF im Zuge der Budgetverhandlungen rund 70 Millionen streichen.
Sparen am Berg – und nicht in Ländern
Zu viel für den Geschmack des Stiftungsratschefs Heinz Lederer, der Abstriche auf Marchettis Wunschzettel einfordert. „Wir sind da ja nicht am Basar“, betont er gegenüber der „Krone“ in Richtung des ÖVP-Generals. Statt radikaler Kürzungen brauche es Einsparungen mit Maß, Ziel – und Sinn. Gekürzt werden soll in Zukunft mehr im ORF-Zentrum am Küniglberg – und weniger oder gar nicht in den Landesstudios, die „den ORF so stark machen“. Im Zentrum könne es laut dem Leiter des SPÖ-Freundeskreises künftig, etwa durch die Implementierung von ORF 3 in die Programmdirektion, weniger Hauptabteilungsleiter geben. Ihre Gehälter könnten zudem stärker an messbare Erfolgsquoten gekoppelt werden.
Auch in Sachen Nebeneinkünfte will Lederer die ORF-Stars stärker in die Pflicht nehmen. Im ORF-Ethikkodex ist ja vorgesehen, dass die ORF-Sternchen unter den Topverdienern freiwillig 10 bis 15 Prozent ihrer Nebeneinkünfte in einen Topf abgeben, aus dem das Geld dann etwa für Fortbildungen junger Kollegen verwendet werden soll. Andreas Knoll verdiente sich zuletzt ja mehr als 10.000 Euro pro Monat dazu. In dem Topf, der alle Mitarbeiter einschließt, landeten laut Lederer bislang aber nur „wenige hundert Euro“.
Sonderfinanzausschuss geplant
In einem eigenen Sonderfinanzausschuss will der Stiftungsratschef all das zum Thema machen. Abgehalten werden soll dieser noch vor der für 11. Juni anberaumten Wahl des neuen Generaldirektors. Diese Wahl dürfte – wie berichtet – auf Wunsch der ÖVP auf den geschäftsführenden APA-Vorstand Clemens Pig fallen. Neue Radio-Chefin soll, mutmaßlich auf Wunsch des SPÖ-Medienministers Andreas Babler, der den ORF ja eigentlich entpolitisieren wollte, Dodo Roscic werden.
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