„Krone“-Kommentar

Digitaler Euro ist ein Brüsseler Irrweg

Kolumnen
21.02.2026 06:00

Die EU ist gerade dabei, ein Problem zu lösen, das es nicht gibt. 2029 soll der digitale Euro kommen, doch bisher konnte niemand erklären, wozu wir das neue Online-Geld tatsächlich brauchen. Dafür kostet die Entwicklung und Einführung Milliarden. Doch wo ist der Nutzen? Schon jetzt kann jeder in Sekundenschnelle mit dem Handy oder der Karte zahlen, der digitale Euro bringt im Alltag also herzlich wenig.

Auch die Bedenken der Banken sind in dem Fall nicht unberechtigt. Denn die EZB unterminiert damit die Institute, für deren Stabilität sie eigentlich sorgen soll. In einer Krise kann ein „Bank Run“ schneller erfolgen und ein Abziehen von Kontengeldern die Stabilität gefährden. Ist die Antwort auf die Dominanz amerikanischer Privatunternehmen wie Visa und Mastercard also ein staatliches, zentralisiertes Digitalgeld? Eine private europäische Fintech-Initiative wäre da zielführender – auch im Sinn der digitalen Souveränität. In Großbritannien gibt es dazu schon Pläne großer Banken. Dazu kommt: Trotz aller Beteuerungen zur Anonymität und Sicherheit, wird die Zentralbank-Erfindung sicher keine neue Form des Bargelds, auch wenn sie so beworben wird. Am Ende bekommt der Staat sogar noch mehr Macht.

Ein Blick nach China zeigt das, wo das Regime das Digital-Geld zu einem Überwachungsinstrument machte. Weit hergeholt? Nicht wirklich, EZB-Chefin Christine Lagarde nannte einmal ausgerechnet das autokratisch regierte Land als Vorbild, der digitale Renminbi sei ein „Dienst für alle Bürger“, vielleicht doch eher ein Dienst für alle Technokraten?

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