Demnach gab die Website NewsOnAir.org vor, mithilfe von Dutzenden angeblichen Journalisten seriöse Nachrichten zu verbreiten. Diese traten im Rahmen ihrer "Recherchen" über Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke in Kontakt mit ihren Opfern, um - auch mithilfe gestohlener Passwörter - an sensible Informationen zu kommen.
Ihre Website fütterten sie laut dem iSight-Bericht mit echten Nachrichten unter anderem von BBC, Reuters und AP - in einigen Fällen übernahmen sie sogar die Namen von Nachrichtenjournalisten, die etwa für den Fernsehkanal Fox News arbeiten.
"Methode nicht hochentwickelt, aber dreist"
Dem Bericht zufolge führen alle Spuren in den Iran. Unklar sei allerdings noch, wer genau dahinterstehe. Die Spionagemethode ist nach Einschätzung von iSight technisch nicht besonders hochentwickelt. Dieser Mangel werde jedoch durch "Dreistigkeit, Kreativität und Geduld" wettgemacht. Für die Cyberspione von Interesse waren demnach vor allem Experten, die mit der Nichtverbreitung von Atomwaffen und möglichen Sanktionen gegen den Iran befasst waren. Dass die Drahtzieher das komplexe Netzwerk so lange nutzten, spreche zumindest dafür, dass es einigen Erfolg gehabt habe.
Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, sagte dazu, die Methode, mithilfe falscher Identitäten Informationen zu erschleichen, sei altbekannt. "Wir wissen, dass Cyperpiraten im Iran und anderswo oftmals die sozialen Netzwerke nutzen, um an sensible Informationen heranzukommen oder um in Kontakt mit Vertretern aus Regierungen und Unternehmen zu treten."
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