Grazer Verein hilft

Viele Wildtiere sind in der Steiermark bedroht

Steiermark
19.04.2026 13:00

Entzückende, hilflose Wesen: Igel-Babys, Hasen, Eichhörnchen und Co. finden derzeit wieder in großer Zahl beim engagierten Grazer Wildtier-Verein Unterschlupf. Dessen Vertreter halten ein flammendes Plädoyer für diese Tiere!

Der 20. Februar war nicht nur ein Ärgernis für alle, die aus heiterem Himmel wieder Schnee schaufeln mussten. Sondern bedeutete auch das Todesurteil für Zigtausende Wildtiere: „Das war dramatisch“, sagt Monika Großmann, Gründerin des Vereins Kleine Wildtiere in großer Not. „Allein der Schneebruch, der die Bäume und Äste umgerissen hat – Kobeln mit Eichhörnchenbabys sind runtergefallen. Nackt, hilflos, in der Kälte, ohne Schutz und Eltern. . .“

Jene, die Glück im Unglück hatten, landeten beim Verein in Graz-Mariatrost. Und auch jetzt sind zahlreiche Schützlinge da: 20 Eichhörnchenbabys, Igel, Feldhasenwinzlinge, Vogeljunge, auch vier Fuchsbabys, verwaiste Rehe, Enten und, und, und. Der Versorgungsaufwand ist enorm, „die Summe macht es aus. Jedes Eichhörnchenbaby braucht alle drei Stunden sein Flaschel, auch nachts. Wir haben zum Glück ein großartiges, sehr engagiertes Team.“

Monika Großmann, die den Verein gegründet hat, mit ihrer Tochter und Nachfolgerin Daniela
Monika Großmann, die den Verein gegründet hat, mit ihrer Tochter und Nachfolgerin Daniela(Bild: Jürgen Fuchs)
Mit Schützling „Edi“, einem leider fehlgeprägten Tier. Es wurde von Laien per Hand aufgezogen ...
Mit Schützling „Edi“, einem leider fehlgeprägten Tier. Es wurde von Laien per Hand aufgezogen und kann jetzt nicht mehr ausgewildert werden.(Bild: Jürgen Fuchs)

„Nicht berühren, was ein Fell hat!“
Und zum Glück gibt es auch noch viele Menschen, die nicht wegschauen, wenn Tiere in Not sind! Doch Monika Großmann betont auch, dass Gutgemeintes manchmal sogar tödlich enden kann. „Rehnachwuchs etwa wird von der Mutter im Gras oder auf Feldern abgelegt. Das heißt nicht, dass er verlassen ist! Also nicht angreifen, sonst sterben Kitze den Hungertod, wenn die Mutter sie wegen des Geruchs nicht mehr annimmt.“ Dasselbe gilt für Hasenbabys.

Großmann mahnt: „Nicht berühren, was ein Fell hat! Bitte beobachten und nur eingreifen, wenn das Tier offensichtlich verletzt oder sicher verlassen ist.“ Auch beim Mähen, wenn dankenswerterweise davor die Flächen nach Kitzen abgesucht werden, unbedingt beachten: „Diese Kitze nur mit Handschuhen und dicken Grasbüscheln sorgfältig aufheben und weit weg vom eigenen Körper an den Rand der Wiese legen. Sonst überleben sie die Mahd – verhungern danach aber.“ Was Federn hat, etwa ein Vogeljunges, das offenbar aus dem Nest gefallen ist, kann man ohne Probleme berühren.

Dieser kleine Fuchs wurde gemeinsam mit drei Geschwistern mutterlos unter umgestürztem Holz ...
Dieser kleine Fuchs wurde gemeinsam mit drei Geschwistern mutterlos unter umgestürztem Holz gefunden(Bild: Jürgen Fuchs)
Auch die ersten PIepmätze sind schon da
Auch die ersten PIepmätze sind schon da(Bild: Jürgen Fuchs)
Entenküken
Entenküken(Bild: Jürgen Fuchs)

Lebensraum der Tiere wird immer mehr eingeschränkt
Monika Großmann ist es aber auch ganz wichtig, ein Plädoyer an unsere Leser zu richten: „Wenn es um Wildtiere geht, die Lockerungen bei ihrem Schutz und unseren Umgang mit ihnen – dann ist das aktuell fast nicht mehr auszuhalten, was wir der Tierwelt antun! Überall werden Straßen gebaut, ihr Lebensraum wird eingeschränkt oder vernichtet, die Tiere werden vertrieben. Man hat den Eindruck, dass da niemand mehr laut die Stimme für sie erhebt.“

Die Versorgung aller Schützlinge ist immens aufwändig
Die Versorgung aller Schützlinge ist immens aufwändig(Bild: Jürgen Fuchs)

Ihr jüngstes Beispiel: „An der Mur gab es an einem Teilstück ein echtes Dorado für Wildtiere, ein Dickicht, so wunderschön, dass wir dort sogar Igel ausgesiedelt haben.“ In Ländern mit besserem Verständnis und Umgang wäre so etwas wohl unter Schutz gestellt worden, „bei uns wurde dort der Radweg verbreitert und dann gleich für eine riesige Baustelle daneben alles gerodet. Da ist ein Schatz und Lebensraum unwiederbringlich vernichtet worden.“

Plädoyer zum Schutz der Tiere
Oder: „Bizarr, was da überall an nicht heimischen Zierpflanzen gepflanzt wird. Kann man nicht echte Obstbäume anpflanzen statt Bäume, die nur schön blühen, aber weder Nahrung noch Unterschlupf bieten? Da gehört dringend ein Umdenken her.“ Und zwar schnell: „Wir ruinieren sonst die Tierwelt. Und in Folge auch die Menschen.“

Wer helfen möchte: Konto: Kleine Wildtiere in großer Not, IBAN: AT47 2081 5031 0061 0983; Info: wildtiere-in-not.at. Auch Baufirmen mit Herz und Engagement mögen sich bitte dringend melden, da Umbauten nötig sind.

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