Ein Syrer gibt am Landesgericht Eisenstadt an, dass er eng mit dem österreichischen Geheimdienst kooperiere, um Schleppern das Handwerk zu legen. In geheimer Mission unterwegs, habe ihm ein Mann ein Messer in den Bauch gerammt und Falschgeld untergejubelt. „Die Wunde war nicht mehr als ein Gelsenstich“, sagt ein Polizist.
Vorbildlich, möchte man meinen, wie der Vater von vier minderjährigen Kindern binnen weniger Monate den Schuldenstand von 50.000 auf 2400 Euro reduziert hat. Redliche Teilzeitarbeit und Sparsamkeit – das Einkommen beträgt 800 Euro – dürften sich bezahlt machen.
Enge Kooperation mit dem Geheimdienst
„Ich habe das Gefühl, unschuldig zu sein“, sagt der Syrer beim Prozess in Eisenstadt. Weil seine Tochter 2016 von Schleppern im Meer ertränkt worden sei, habe er es sich zur Aufgabe gemacht, „diese Verbrecher“ inkognito zu jagen. In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Geheimdienst habe er versucht, das Vertrauen einer Schleppergruppe zu gewinnen.
Falschgeld durchs Fenster geworfen
„Ich habe Interesse am Kauf eines Autos vorgetäuscht, um Fotos von diesen Männern zu machen.“ Der 44-Jährige borgte sich 5000 Euro von einem Freund und fuhr zu einer Tankstelle in Markt Allhau. Ein Araber sei eingestiegen, man habe gestritten. „Er hat mir ein Messer in den Bauch gerammt, die 5000 echten Euro weggenommen und 10.000 Euro in gefälschten 100er-Banknoten durchs Fenster geworfen. Ich weiß nicht, warum. Dann ist er geflüchtet.“
„Ich habe eine gute Wundheilung“
Umgehend habe er den Geheimdienst informiert, der in Form zweier Polizisten vorstellig wurde. „Die Wunde hat ausgeschaut wie ein Gelsenstich. Mehr war da nicht“, berichtet ein Beamter. Im Spital wurde eine Salbe draufgeschmiert. „Ich habe eine gute Wundheilung.“ Der Messerstecher sei in einem BMW davongerast. Kennzeichen? Der Syrer gab sein eigenes an.
Bei der Einvernahme misshandelt?
Freilich durchsuchte das LKA den Wagen und stellte das hinter der Sonnenblende versteckte Falschgeld sicher. „Bei der Einvernahme wurde ich geschlagen“, sagt der Angeklagte, für den die Unschuldsvermutung gilt. Es wird still. „Sie wären gut beraten, wenn sie aufpassen, was Sie hier von sich geben“, flüstert sein Anwalt. „Ok, alles klar, ich ziehe das zurück. Entschuldigung.“ Es wird vertagt.
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