Ex-ORF-General Roland Weißmann (58) spricht in der „Krone“ über Fehler und den Druck der umstrittenen Stiftungsräte, der letztlich zu groß wurde. Bei Conny Bischofberger fallen Sätze, die tief blicken lassen. Weißmann über kompromittierende Fotos und die Angst, überhaupt noch auf die Straße zu gehen. Komplett zu lesen bei Krone+.
Die letzten seien „die schwierigsten sechs Wochen“ seines Lebens gewesen, sagt Weißmann und lässt die Momente, in denen der Skandal seinen Lauf nahm, Revue passieren. „Ich bin in einem Lokal beim Abendessen gesessen, als mich die zwei Stiftungsratsspitzen angerufen haben. Da ist mir der Bissen im Hals stecken geblieben.“
Es geht um mögliche sexuelle Belästigung einer früheren Mitarbeiterin – die nun auch eingeklagt wird, krone.at berichtete. Weißmann soll auch ein Verhältnis mit dem mutmaßlichen Opfer zugegeben haben. „Stimmt das?“, fragt „Krone“-Interviewerin Conny Bischofberger. „Ja, das ist korrekt“, sagt der Medienmanager und führt weiter aus ...
„Es war alles einvernehmlich“
„Ich habe bestätigt, dass es über längere Zeit eine private Bekanntschaft, beginnend 2019, gab. Da war ich bekanntlich noch gar nicht ORF-Generaldirektor. Die Vorwürfe dieser Frau habe ich aber von Anfang an zurückgewiesen, denn es war alles einvernehmlich und wechselseitig. Ich sehe mich auch durch die Compliance-Untersuchung des ORF – ,keine sexuelle Belästigung‘ – zu 100 Prozent rehabilitiert.“ Es gebe „keine kompromittierenden Fotos, die ich bereue“, merkt Weißmann an.
„Es ist uns völlig egal, ob das stimmt oder nicht“
Dennoch habe die Spitze des ORF-Stiftungsrats „massiven zeitlichen Druck“ aufgebaut. Es habe immer wieder geheißen: „Es ist uns völlig egal, ob das stimmt oder nicht. Das darf nie bekannt werden. Deshalb musst du zurücktreten.“ Sie nannten einen Rücktritt „alternativlos“, sagt der ehemalige Vize-Finanzdirektor und Geschäftsführer des Online-Portals orf.at. „Diesem Druck bin ich nachgekommen, aber keineswegs freiwillig.“
Mir geht es um meine Reputation. Wie lebe ich mit diesem Albtraum? Heute geht es wieder. Aber in den letzten Wochen bin ich durch die Hölle gegangen.

Roland Weißmann zur „Krone“
Bild: Imre Antal
Das Interview mit Conny Bischofberger findet im Beisein von Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum statt. Der stellt fest, dass heute schon „der Vorwurf des ,MeToo‘ reiche, um jemanden „gesellschaftlich zu vernichten. Das war ein Paradebeispiel dafür“.
„Dann können Sie mich ja noch einmal fragen“
Ob sich Weißmann vorstellen kann, dennoch erneut für die ORF-Generaldirektion zu kandidieren und wie er als Amateur-Boxer mit dieser Situation umgeht, erfahren Sie im ausführlichen Krone+-Interview.
Nur eine Entschuldigung
Übrigens: Entschuldigen will sich Weißmann für nichts – nur bei Freunden, die er in 31 Jahren beim ORF vernachlässigt habe und die jetzt für ihn da seien. „Sie werden mich am Ende nicht k. o. sehen“, sagt er den Tränen nahe.
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