Euro-Q-Exa

Neuer Quantencomputer in Bayern in Betrieb

Digital
13.02.2026 07:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Quantentechnologie als Schlüsseltechnologie der Zukunft kommt in Deutschland einen wichtigen Schritt voran. Am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching bei München ist ein neuartiger Quantencomputer offiziell in Betrieb genommen worden. Es sei ein Startschuss für die Reise in unbekannte Dimensionen, hieß es am Donnerstag.

Euro-Q-Exa ist einer von sechs im Zuge eines EU-Projekts konstruierten Quantensystemen, die in europäische Höchstleistungsrechner integriert und von der EuroHPC Joint Undertaking beschafft werden. Damit will sich die EU in diesem Bereich einen Platz an der Weltspitze sichern und eigene Rechen-Kapazitäten schaffen.

Kälter als das Weltall
Der neue Garchinger Quantencomputer, der in den dortigen Supercomputer SuperMUC-NG integriert ist und mit einer Technologie des deutsch-finnischen Start-ups IQM Quantum Computer arbeitet, hat eine Rechenleistung von 54 Quantenbits (Qubits). Er wird auf unter minus 273 Grad Celsius gekühlt, um die empfindlichen Recheneinheiten zu stabilisieren und nutzbar zu machen. Das gilt als physikalischer Nullpunkt.

Zum Vergleich: Im Weltall herrscht eine Temperatur von etwa minus 270 Grad. Ergänzt wird Euro-Q-Exa voraussichtlich bis Jahresende um einen Quantencomputer mit etwa 150 Qubits.

„Mit Euro-Q-Exa verbinden wir die Stärken des Quanten- mit denen des Supercomputings. Forschende erhalten damit die Möglichkeit, neue Ansätze zu erproben, wegweisende Berechnungen umzusetzen und somit neue wissenschaftliche Dimensionen zu erschließen“, sagte Dieter Kranzlmüller, Leiter des LRZ.

In Handel und Logistik einsetzbar
Quantencomputer können unter anderem in Handel und Logistik oder im Finanzwesen sowie für das Design von Mikrochips komplexe Rechenaufgaben lösen, etwa die effizienteste Verbindung von Standorten. Schon bei zehn Standorten entstehen mehrere Millionen Möglichkeiten, bei 58 steigt die Zahl der Varianten auf eine Tredezillion – das ist eine Zahl mit 78 Stellen. Das mache die Berechnung mit klassischen Rechenmethoden äußerst aufwendig.

Das Unternehmen IQM, das den Quantencomputer am LRZ gebaut hat, ist eine finnisch-deutsche Ausgründung der Aalto-Universität. Zur Eröffnung kam die EU-Vizepräsidentin für Technologie, Henna Virkkunen, die aus Finnland stammt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

krone.at
krone.at
Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung