Der anhaltende Krieg im Iran macht sich auch in enormen Preissteigerungen bemerkbar. Die Inflation ist laut Experten auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten. Die Preise für Lebensmittel haben sich in den Metropolen seit Ende Februar teils mehr als verdoppelt.
Der Verbraucherpreisindex in den städtischen Gebieten lag im Mai 77,2 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Staatsagentur Irna am Mittwoch unter Berufung auf die Zentralbank berichtete. Die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate betrug 53,9 Prozent.
Das auf Wirtschaftsthemen spezialisierte Bamdad-Institut in der iranischen Hauptstadt Teheran sprach von den höchsten registrierten Preissteigerungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch im Vergleich zum Vormonat waren einzelne Bereiche im Iran deutlich teurer geworden. Restaurant- und Hotelpreise etwa stiegen dem Bericht zufolge im Vergleich zum April um 88 Prozent. Jeweils rund 20 Prozent mehr mussten Iranerinnen und Iraner für Gesundheit, Verkehr, Telekommunikation und Dienstleistungen im Haushalt ausgeben.
Bewohner in Metropolen berichten von großen Preissprüngen
Bewohner der Metropolen berichten unterdessen über noch viel größere Preissprünge bei Lebensmitteln und in Cafés, die sich während des Kriegs seit Ende Februar teils mehr als verdoppelt haben. Viele Menschen haben sich folglich eingeschränkt und kaufen nur noch das Nötigste. Auch Irans Währung Rial hat gegenüber dem Euro weiter an Wert verloren.
Israel und die USA hatten den Iran Ende Februar angegriffen. Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe, die zuletzt von gegenseitigem Beschuss am Persischen Golf überschattet wurde. Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die Meerenge übernommen, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um den Iran am Export von Öl zu hindern.
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