04.05.2014 15:29 |

Jetzt ernsthafter

Skoda Yeti: Mehr Clevernettigkeit, weniger Gesicht

Der Skoda Yeti ist einer der besonders sympathischen Vertreter der Gattung SUV. Er ist preiswert (vor allem angesichts der Tatsache, dass er aus dem VW-Konzern stammt), wirkt aber nicht billig, macht alles mit, fährt sich angenehm straff komfortabel, ohne zu schaukeln, ist im Innenraum flexibel, bietet viel Platz und hat ein freundliches Hinschaugesicht – gehabt, denn genau das haben sie ihm jetzt weggestrafft.

Damit büßt der robuste Tscheche eine Menge an Identität ein und verliert Sympathiepunkte, sogar den Gedanken an Gesichtsverlust hatte ich schon. Dann drängte sich der Vergleich mit einem gebotoxten oder gar operierten Gesicht auf, bei dem man sich ständig denkt "irgendwas stimmt da nicht". Doch siehe da, nach und nach gewöhne ich mich dran und die Qualitäten, das kumpelhafte Wesen treten wieder in den Vordergrund.

Zwei Varianten statt einem Gesicht
Das Familiengesicht einer Automarke ist dafür da, dass es sich über alle Baureihen stülpt. Es macht die Autos zwar nicht spannender, die Marke dafür wiedererkennbarer und präsenter im Straßenbild. Künftig wird man halt vielleicht nicht mehr sagen "der fährt einen Yeti", sondern "der fährt einen Skoda". Immerhin gibt es den Skoda Yeti in zwei Varianten, einer eleganteren für die Stadt und einer robusteren in Gelände-Optik, die dazu passend "Outdoor" genannt wird.

Anders als beim VW Tiguan handelt es sich nicht wirklich um zwei Karosserieversionen (die Gatsch-Version des Tiguan hat einen bedeutend höheren Böschungswinkel als das City-Pendant), sondern um reine Designspielereien. Der urbane Yeti bezieht seinen Chic daraus, dass sowohl beide Stoßfänger als auch die seitlichen Schutzleisten, die Türschweller und der Unterfahrschutz in Wagenfarbe lackiert sind. Das sieht gut aus, duldet aber auch keine Parkrempler oder Offroadpartien. Der wanderbestiefelte Bruder tritt dagegen robuster auf und stemmt sich mit beplankten Anbauteilen gegen die Fährnisse des Alltags und der Freizeit.

Neue Clevernettigkeiten
Beide haben LED-Tagfahrlicht und die Einheitsscheinwerfer leuchten optional auch mit Xenonlicht. Ansonsten bleibt so ziemlich alles beim Alten, und das ist gut so, denn auch nach vier Jahren Bauzeit und 250.000 verkauften Einheiten kann man sich an dem flexiblen Innenraum erfreuen, am 405 bis 1.760 Liter großen Kofferraum (der sehr von der Kastenform der Karosserie profitiert). Neu sind Clevernettigkeiten wie die herausnehmbaren LED-Taschenlampe, die Wendematte im Kofferraum oder die portablen Abfallbehälter für die Türverkleidungen.

Der Testwagen ist freilich kein Billigsdorfer. Mit Allradantrieb, zwei Liter großem 110-PS-Diesel, Elegance-Ausstattung und einigen Extras samt abnehmberer Anhängerkupplung kommt er auf gut 32.000 Euro, was dennoch alles andere als teuer ist. Doch in den meisten Fällen wird Frontantrieb reichen, dann passt auch der bewährte 105-PS-Benziner gut dazu. So ist der Yeti dann ab 19.770 Euro (bzw. 19.930 Euro als "Outdoor") zu haben. Wer auf das volle Understatement steht, kann sich bis zu 170 PS unter die Haube packen. Das Fahrwerk geht voll in Ordnung, auch wenn die Hinterachse leicht zum Poltern neigt, doch das fällt nicht ins Gewicht. Blitzsauber ist das manuelle Getriebe, auf Wunsch gibt's DSG.

Der Skoda Yeti setzt nach dem Facelift mehr aufs Erwachsensein, schaut also nicht mehr so unschuldig verspielt drein. Aber zum Glück bleibt er ansonsten so pfiffig wie eh und je – und das ist ja auch sympathisch.

Warum?

  • Mischung aus guter Kumpel und Schweizermesser
  • Gutes Preis-Leistungs-Platz-Verhältnis

Warum nicht?

Oder vielleicht …

… VW Tiguan, Hyundai ix35 oder eines der viiielen anderen Kompakt-SUVs

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