Sagrada Família

Papst Leo segnet den höchsten Kirchturm der Welt

Ausland
10.06.2026 21:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Papst Leo XIV. hat am Mittwochabend in Barcelona mehr als 140 Jahre nach Baubeginn den höchsten Kirchturm der Welt gesegnet – den 172,5 Meter hohen Christusturm der Basilika Sagrada Família. 

König Felipe VI. empfing den Papst am Abend an der Sagrada Família. Große Menschenmengen hatten zuvor die Fahrtstrecke Leos gesäumt, als dieser sich in seinem Papamobil langsam der Basilika näherte. Der Pontifex betete zunächst in der Krypta der Basilika am Grab von Antoni Gaudí. Anschließend feierte Leo in der Sagrada Família die Messe zum 100. Todestag des Baumeisters des einzigartigen Wahrzeichens der katalanischen Hauptstadt und segnete den fertiggestellten Kirchturm.

Papst Benedikt XVI. (2005-2013) hatte im Jahr 2010 den Altar der Sagrada Família geweiht und dem ungewöhnlichen Gotteshaus mit den 18 Türmen den Titel einer „Basilica minor“ verliehen. Im vergangenen Jahr besuchten fast fünf Millionen Menschen die Kirche, die damit das meistbesuchte kostenpflichtige Monument Spaniens ist.

Mit dem Bau des weltbekannten Gotteshauses wurde 1882 begonnen. Gaudí war ein tiefgläubiger Katholik und ist in der Krypta der Sagrada Família beigesetzt. Der Architekt starb am 10. Juni 1926 an den Folgen eines Unfalls.

Er war in Barcelona von einer Straßenbahn erfasst worden, als er zum Beten in eine Kirche gehen wollte. Im April 2025 erkannte der Vatikan Gaudí als „ehrwürdigen Diener Gottes“ an.

Dies ist eine Vorstufe zur Seligsprechung. Derzeit prüft eine Vatikan-Kommission eine Kindesheilung als mögliches Wunder, denn ein als Wunder anerkanntes Ereignis – etwa eine medizinisch nicht erklärbare Heilung – ist eine notwendige Voraussetzung für eine Seligsprechung.

Im Außenbereich wurde der Gottesdienst auf Leinwänden übertragen.
Im Außenbereich wurde der Gottesdienst auf Leinwänden übertragen.(Bild: EPA/Quique Garcia)

Historische Spanien-Reise endet
Papst Leo XIV. hält sich seit Samstag in Spanien auf. Für das seit einem Jahr amtierende Kirchenoberhaupt ist es die vierte Auslandsreise und der erste offizielle Besuch in einem EU-Land außerhalb Italiens.

Am Mittwoch besuchte der Pontifex zudem das Bergkloster von Montserrat oberhalb von Barcelona. Die Abtei gilt seit Jahrhunderten als ein Zentrum katalanischer Frömmigkeit und Kultur.

Die „Schwarze Madonna“ von Montserrat ist alljährlich Ziel Hunderttausender Pilger und Touristen. Gemeinsam mit den rund 80 Mönchen betete der Papst laut Kathpress in katalanischer Sprache das Rosenkranzgebet.

In seiner anschließenden Ansprache sagte der Papst, er vertraue der unter dem Namen „Moreneta“ verehrten Schwarzen Muttergottes seinen Dienst als Papst und die Sendung der Kirche in einer Welt an, die nach Gerechtigkeit und Frieden schreie.

„Jesus weist uns den Weg der Barmherzigkeit, der Versöhnung, der Wahrheit und der Güte. Gleichzeitig entlarvt er die Gewalt, die sich in unseren Worten und Haltungen verbergen kann: erniedrigende Kritik, zerstörerische Verurteilung und spaltende Aggressivität“, so Leo XIV.

Das Kloster von Montserrat war im Spanischen Bürgerkrieg Opfer linker Gewalt, 23 Mönche wurden damals ermordet. Danach, während der rechten Diktatur von Francisco Franco (1939-1975), galt das Kloster als Hochburg der verbotenen katalanischen Kultur und Sprache. Abt Aureli Maria Escarré (1908-1968) musste nach einer öffentlich geäußerten Kritik an der Unterdrückung der Freiheit in der Franco-Diktatur das Land verlassen.

Leo besucht nun Flüchtlinge
Am Donnerstag reist Papst Leo auf die Kanarischen Inseln weiter, wo besonders viele Bootsmigranten aus Afrika ankommen. Auf Gran Canaria und Teneriffa trifft er Geflüchtete und Engagierte von Caritas und weiteren Organisationen. Nach einer Messe am Hafen der Insel Teneriffa reist er am Freitagabend zurück nach Rom.

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