Dramatische Anhörung
Gates will von Epstein „erpresst“ worden sein
Microsoft-Gründer Bill Gates hat zu seiner Rolle im Leben von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein vor dem US-Kongress aussagen müssen. Der Milliardär sieht sich als Opfer und sei von dem verstorbenen Pädokriminellen immer wieder „unter Druck“ gesetzt worden.
Gates sagte am Mittwoch vor einem Ausschuss des US-Kongresses, es sei um außereheliche Affären gegangen. Aus jüngst veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass sich Gates und Epstein nach dessen erster Haftstrafe im Jahr 2008 wiederholt trafen. Gates meinte, er habe damals das Ausmaß von Epsteins Verbrechen nicht völlig begriffen.
Er habe aber nie kriminelles Verhalten beim Sexualstraftäter beobachtet, ergänzte Gates. Er hielt jedoch fest: „Epstein versuchte, Informationen über meine Untreue – zusätzlich zu vielen Lügen, die er darüber legte – zu nutzen, um mich unter Druck zu setzen, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.“
Gates äußerte sich vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses zu seinen Epstein-Verbindungen. Das Gremium untersucht den Umgang des US-Justizministeriums mit den Ermittlungen gegen Epstein und dessen Komplizin Ghislaine Maxwell. In den vergangenen Wochen hatte der Ausschuss unter anderem den früheren Präsidenten Bill Clinton und seine Frau Hillary befragt.
Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. „Ich hoffe, dass meine Aussage der wichtigen Arbeit des Ausschusses hilft, Gerechtigkeit für die Opfer zu finden“, sagte der 70-Jährige bei seinem Eintreffen im Kapitol.
In den zuletzt veröffentlichten Epstein-Akten war neben vielen anderen Prominenten auch Gates‘ Name aufgetaucht. Die Dokumente enthielten den Entwurf einer E-Mail, in der Epstein von angeblichen Affären des Microsoft-Gründers spricht.
Der Sexualstraftäter schrieb darin, er habe dem Milliardär geholfen, „Medikamente zu besorgen, um die Folgen von Sex mit russischen Mädchen zu bewältigen“. Gates gab daraufhin Affären mit zwei russischen Frauen zu. Er bestritt aber, von den Verbrechen Epsteins gewusst oder sich daran beteiligt zu haben.
Epstein hatte sich 2008 in Florida wegen schwerer Vergehen im Zusammenhang mit Prostitution schuldig bekannt und saß 13 Monate im Gefängnis. 2019 wurde er auf Bundesebene wegen des Sex-Handels mit Minderjährigen angeklagt. Er starb im selben Jahr in Untersuchungshaft. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
Verbindungen zu US-Präsident Trump
Vom Justizministerium nach langem Zögern freigegebene interne Dokumente offenbarten Epsteins Verbindungen zu zahlreichen Prominenten, darunter auch US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte sich gegen die Veröffentlichung der Akten gewehrt, bis der Kongress diese per Gesetz erzwang.
Im April entließ Trump Justizministerin Pam Bondi, der Kritiker vorwarfen, den Präsidenten in der Affäre schützen zu wollen. In den Akten waren auch Bilder von Gates enthalten, auf denen er mit Frauen posiert, deren Gesichter unkenntlich gemacht wurden. Gates hatte zuvor erklärt, die Beziehung zu Epstein habe sich auf Gespräche über philanthropische Themen beschränkt.
Der gut vernetzte Finanzinvestor Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur 13 Monate Haft absitzen.










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