Verletzt im Schnee

Abgestürzt: Alpinist überlebt eisige Nacht am Berg

Tirol
10.06.2026 21:34

Es grenzt wohl an ein Wunder, dass der 44-jährige Bergsteiger diese Nacht bei Schnee und Kälte überlebt hat: Der Deutsche stürzte am Dienstag in den Lechtaler Alpen 150 Meter über steiles Gelände und blieb im Bereich eines Bachbetts schwer verletzt liegen. Der Mann wurde als vermisst gemeldet – eine Suchaktion musste in der Nacht aufgrund der widrigen Bedingungen abgebrochen werden. Entdeckt wurde der Urlauber erst am Mittwoch.

Es waren bange Stunden, die der 44-jährige Deutsche aus dem Raum Nürnberg durchleben musste – aber das Wichtigste ist: Er lebt!

Der Urlauber war am Dienstag zu einer Bergtour in den Lechtaler Alpen aufgebrochen und nicht mehr ins Hotel zurückgekehrt. „Als er nicht zum Abendessen erschienen war, setzte der Wirt des Hotels die Rettungskette in Gang“, schildert der ermittelnde Alpinpolizist auf „Krone“-Nachfrage.

Wintereinbruch: Suche in Nacht abgebrochen
Noch am Abend wurde eine Suchaktion in die Wege geleitet – diese musste nach Mitternacht aber auch aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse ergebnislos abgebrochen werden. Das Bangen ging also zunächst weiter, nicht zuletzt deshalb, weil es in den Bergen einen Wintereinbruch gab!

Am Mittwoch wurde die Suche fortgesetzt. Alarmiert wurde auch der beim Bezirkskrankenhaus Reutte stationierte Notarzthubschrauber RK-2. Einsatzort war der sogenannte Gumpensattel, ein markanter Übergang in den Lechtaler Alpen auf circa 2240 Metern Höhe, hinter dem Bernhardseck.

150 Meter über steiles Gelände abgestürzt
Die Hubschrauber-Crew flog – wiederum bei herausfordernden Bedingungen – Bergretter auf den Berg und anschließend wieder zurück zur Basis. „Doch nur eine halbe Stunde später wurde der RK-2 wieder alarmiert“, schildert Thomas Jank, Geschäftsführer der ARA-Flugrettung, die den Notarzthubschrauber betreibt, im „Krone“-Gespräch.

Trotz schwerer Verletzungen ansprechbar
Der vermisste Urlauber war entdeckt worden. Mit schwersten Verletzungen hatte er die Nacht überlebt. Erhebungen der Polizei ergaben, dass der Mann im Bereich des Strahlkopfes gestürzt und über die dort sehr steile, felsdurchsetzte Flanke abgestürzt war. Er war beim Eintreffen der Bergrettung Elbigenalp zwar ansprechbar, konnte sich aber an den Unfallhergang nicht erinnern.

„Der stark unterkühlte Mann wurde notfallmedizinisch versorgt und anschließend in die Klinik nach Murnau geflogen“, so Jank weiter.

„Es muss Schutzengel geben“
Für die ARA-Crew des RK-2 steht fest: „Es muss Schutzengel geben, anders ist es nicht erklärbar, dass man mit solchen Verletzungen eine Nacht bei diesen Temperaturen und Schneefall im Freien überlebt.“ 

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