Beobachtet

Britischer Geheimdienst überwachte WikiLeaks-Leser

Web
18.02.2014 11:53
Der britische Geheimdienst GCHQ hat offenbar gezielt die Besucher der Enthüllungsplattform WikiLeaks beobachtet. Eine geheime Präsentation des Nachrichtendienstes aus dem Jahr 2012 zeigt eine Software, mit der Webseiten-Aufrufe analysiert werden können.

Journalisten haben das Dokument aus den Unterlagen des Informanten Edward Snowden am Dienstag auf der Website "The Intercept"veröffentlicht. Es zeigt Aufrufe der WikiLeaks-Website im Februar 2012.

Solche Analysesoftware ist grundsätzlich weit verbreitet, die meisten Betreiber von Websites setzen ähnliche Dienste ein. Das Programm, das der GCHQ den Unterlagen zufolge benutzte, lässt sich kostenlos im Internet herunterladen. Beim Geheimdienst bekam es den Codenamen "ANTICRISIS GIRL".

Im Gegensatz zu den Betreibern, die die Aufrufe ihrer eigenen Angebote verfolgen, nutzte der Geheimdienst die Software offenbar, um die Masse seiner abgefangenen Daten zu sortieren. Dazu dienen auch bereits bekannte Spionage-Werkzeuge wie XKeyscore.

Auszüge aus internen Diskussionsforen der NSA, die "The Intercept" ebenfalls veröffentlichte, zeigen, dass der US-Geheimdienst auch Websites wie "The Pirate Bay" oder Hackergruppen wie Anonymous als legitime Ziele einstufte.

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