Der Spaziergang zum "Dagger Complex", an dem auch Vertreter der deutschen Piratenpartei teilnahmen, findet seit rund einem Monat wöchentlich statt. Daniel Bangert, der Initiator der Protestaktion, bekam wegen der jeden Samstag abgehaltenen Veranstaltung bereits Besuch vom Staatsschutz (siehe Infobox). Jetzt löste der friedliche Protest einen Polizeieinsatz aus.
Stein des Anstoßes: Eine kleine Spielzeugdrohne, die der hessische Piratenpartei-Sprecher Bernhard Kern während der Veranstaltung unweit des NSA-Komplexes steigen ließ. Er selbst betont, die mit einer Kamera ausgestattete Drohne habe sich nicht über dem Stützpunkt befunden.
Polizei beschlagnahmte nach NSA-Anruf Drohne
Der Polizei wurde aus dem Inneren des "Dagger Complex" hingegen offenbar gemeldet, die Drohne befinde sich über der Basis, berichtet "HR-Online". Das Resultat: Die Behörden rückten inklusive Hubschrauber an, nahmen die Personalien der versammelten Aktivisten auf und beschlagnahmten die zu diesem Zeitpunkt bereits wieder in Kerns Rucksack verstaute Drohne.
"Das Aufgebot der Polizei dürfte größer gewesen sein als die Zahl der harmlosen Spaziergänger", kommentiert Kern die Aktion. Markus Drenger, ein weiterer an der Veranstaltung teilnehmender Piratenpartei-Politiker, sagt: "Wir wissen nach wie vor nicht, was die NSA auf dem 'Dagger Complex' tut. Aber wenn schon ein Spaziergang mit einem Dutzend Teilnehmern zu so einem massiven Polizeieinsatz führt, muss die Nervosität sehr groß sein." Die Kosten für den Einsatz inklusive dem "zur Aufklärung" verwendeten Helikopter, schätzt Drenger auf 2.000 Euro.
Drohne wird untersucht, Piraten sind erzürnt
Dem IT-Portal "Heise" zufolge prüft die Polizei die beschlagnahmte Drohne nun. "Bilder von bestimmten Objekten sind nur mit Genehmigung erlaubt", zitiert die Website die Begründung von Polizeisprecher Udo Bühler. Die Aktivisten hingegen sehen den Polizeieinsatz als Schikane. Sie glauben, man wolle sie auf diese Art und Weise einschüchtern.
"Der ganze Vorgang ist absurd. Auf dem Gelände werden rund um die Uhr die Bürgerrechte untergraben. Statt sich darum zu kümmern, findet ein völlig unverhältnismäßiger Material- und Personaleinsatz gegen besorgte Bürger statt, der in der Beschlagnahme eines frei erhältlichen Spielzeugs gipfelt", üben die Piraten in einer Pressemitteilung harsche Kritik am Vorgehen der Behörden.
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