Laut Dotcom sollen Warner Bros. in persönlichen Gesprächen mit Neuseelands Premierminister John Key im Vorfeld der Dreharbeiten zur "Hobbit"-Trilogie unter anderem Steuererleichterungen von rund 120 Millionen Neuseeland-Dollar garantiert worden sein. Zudem sei das Arbeitsrecht dahingehend geändert worden, dass dem Filmstudio weniger Lohnkosten entstehen.
Auch MegaUpload soll schließlich Gegenstand der Gespräche gewesen sein: "Wir wissen auch, dass er (John Key, Anm.) MegaUpload als Teil dieser Verhandlungen auf dem Silbertablett serviert hat", sagte Dotcom in dem Interview, ohne jedoch konkrete Beweise vorzulegen, die diesen Vorwurf untermauern könnten. Entsprechende Belege könne er erst in einem Gerichtsverfahren offenlegen.
Anhörung in Auslieferungsverfahren erneut verschoben
Ob es allerdings jemals zu einem solchen kommt, ist fraglich. Nach zwei vorherigen Verschiebungen wurde eine erste Anhörung im derzeit laufenden Auslieferungsverfahren gegen den 39-Jährigen erst kürzlich von August auf November verschoben.
Die USA werfen dem einstigen Betreiber der im Jänner 2012 vom Netz genommenen Tauschplattform MegaUpload vor, mit der massiven Verbreitung von Raubkopien ein Millionenvermögen angehäuft zu haben. Bei einer Verurteilung wegen Unterschlagung und umfangreicher Urheberrechtsverletzungen drohen ihm in den USA bis zu 20 Jahre Haft. Er selbst weist die Vorwürfe zurück.
Bereits mehrere Etappensiege für Dotcom
Dotcom war vor eineinhalb Jahren nach einer spektakulären Razzia in seinem Anwesen im neuseeländischen Auckland festgenommen worden, befindet sich mittlerweile aber auf Kaution wieder auf freiem Fuß. In seinem Widerstand gegen die strafrechtliche Verfolgung hat Kim Dotcom schon mehrere Etappensiege errungen. So wurden die Durchsuchung mit Waffengewalt sowie die Ausspionierung durch den neuseeländischen Geheimdienst für illegal erklärt.
Die neuseeländische Polizei muss zahlreiche beschlagnahmte Daten wieder herausgeben. Zudem erhält der Beschuldigte Kopien des Materials, das dem FBI übergeben wurde. Das Gezerre um die Offenlegung von Beweismaterial ist einer der Hauptgründe für die mehrfache Verschiebung des Anhörungstermins.
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