Soll sehr böse sein

Streetfighter mit drei Zylindern: Yamaha MT-09

Motor
14.06.2013 17:20
Ein anerkennenswerter Schritt für die Motorradwelt, ein Meilenstein für Yamaha: Die Japaner haben erstmals Bilder der mit Spannung erwarteten brandneuen Dreizylinder-Maschine veröffentlicht: Es ist ein Streetfighter, der besonders leicht und drehmomentstark sein soll. Der Name: Yamaha MT-09.

Bei Yamaha nimmt man den Mund richtig voll und spricht sogar von einem " neuen Meilenstein in der Entwicklung des Sportmotorrads". Damit liegt die Erwartungslatte für die ersten Testfahrten natürlich besonders hoch. Leichtgewichtig, leistungsstark und dabei erstaunlich alltagstauglich sind die Eigenschaften, die man der MT-09 in Iwata auf die Fahnen schreibt.

Komm auf die dunkle Seite...
Besonders böse soll sie sein, "inspiriert von der dunklen Seite Japans", wo "spektakuläre Driftwettbewerbe und waghalsige Privatrennen" Teil der Subkultur sind. Ihr Dreizylnder-Motor hing auf der Kölner Intermot und der Mailänder EICMA noch in einer stylischen Drahtseilkonstruktion, jetzt besteht die Rahmenstruktur aus zwei gegossenen Hälften aus Aluminium-Druckguss, die - wie der Rahmen der MT-01 - am Lenkkopf und an der Schwinge miteinander verschraubt werden. Er misst 847 cm³ und kommt auf eine Leistung von 115 PS. Der Drehmomentverlauf bis zum Maximalwert von 87,5 Nm bei 8.500/min. soll extrem linear sein, und zwar von unten heraus. 

Mit dem von der R-Serie übernommenen Drive-by-wire stehen dem Fahrer drei Mappings zur Verfügung, außerdem soll das Ansprechverhalten durch die elekronisch gesteuerten Drosselklappen besonders gut sein. 

Der Vierventiler ist ein Leichtgewicht und bringt rund 10 kg weniger auf die Waage als das Aggregat der Yamaha FZ8, was dazu beiträgt, dass das ganze Motorrad sehr leicht ist: 188 kg (mit ABS 191 kg, Trockengewicht 171 kg) bringt die Neue auf die Waage, also weniger als die YZF-R6. Damit gehört die "dunkle Yamaha" nach Herstellerangaben zu den leichtesten Sportmotorrädern in der Klasse über 700 cm³. Der Schwerpunkt ist vorderradorientiert. Der Tank fasst nur 14 Liter, soll aber durch spezielle Einbuchtungen einen besonders guten Knieschluss bieten.

Die MT-09 hat eine neu entwickelte 41-mm-Upside-Down-Gabel mit progressivem Dämpfungsverhalten und einstellbarer Zugstufe. Sie bietet 137 mm Federweg –7 mm mehr als bei der FZ8. Die obere Gabelbrücke besteht aus Aluguss, die untere aus geschmiedetem Aluminium. Beide tragen zum niedrigen Gewicht der MT-09 bei. Am Heck befindet sich ein Zentralfederbein mit Hebelanlenkung, das nahezu waagerecht unter der Sitzbank angeordnet ist. Zugstufe und Vorspannung lassen sich anpassen. Durch die Lage des Federbeins soll sich der Schwerpunkt verbessern, außerdem wird das Chassis schlanker. Yamaha verspricht ein bestechendes Handling.

Die Räder sind 17 Zoll große 10-Speichen-Leichtmetallfelgen mit einem 180/55er-Reifen hinten und einem 120/70er vorne. Gebremst wird vorne mit zwei schwimmend gelagerten 298 mm großen Bremsscheiben und radial montierten 4-Kolben-Bremszangen. Am Hinterrad verzögert eine 245-mm-Bremsscheibe mit Gleitstift-Bremszange.

Die Yamaha MT-09 kommt im Herbst auf den Markt, zu Preisen ab 9.999 Euro.

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