Das Prügelspiel-Genre konnte in den letzten Jahren nicht gerade mit innovativen Neuerungen aufwarten. Das könnte sich mit "Beat Down: Fists of Vengeance" aus dem Hause Capcom jetzt ändern. Anstatt wie bisher auf eine Arena beschränkt zu sein, bewegt der Spieler sich nun frei durch die Stadt, nimmt Aufträge an und verbessert mit jedem Kampf die Fähigkeiten seines Charakters.
Auf der Flucht vor Verfolgern gilt es erst einmal unterzutauchen. Ein Kleiderwechsel macht's möglich: Neue Hosen, Jacken, Schuhe und modische Accessoires, aber auch ein Besuch beim Friseur oder in der Schönheitsklinik lassen den Recken unauffälliger erscheinen. Danach geht es ans Beschaffen von Geld. Ein Auftrag hilft, das nötige Kleingeld aufzutreiben. In den dreckigen Spelunken der Stadt lauern genügend Schläger, die unsere Unterstützung benötigen können.
Um einen Auftrag erfolgreich zu erfüllen, lohnt es sich einen Blick in die "schwarze Liste" zu werfen. Diese enthällt alle Telefonnummern der Gangster aus Las Sombras. Ein Anruf genügt und mit etwas Glück scharen sich bis zu zwei Mitstreiter um uns. Sollte der Hauptcharakter im Spiel einmal zu Boden gehen, dann helfen die Freunde einer nach dem anderen aus.
Es kommt jedoch auch vor, dass Mitstreiter ins Krankenhaus müssen, von der Polizei gefangen werden oder während der Flucht zurückgelassen werden müssen. Dann gilt es neue Schläger zu rekrutieren. Einfach mit einem Passanten auf der Straße einen Streit vom Zaun brechen und versuchen, ihn auf unsere Seite zu ziehen. Sollte er nicht kooperieren, dann kann man ihn immer noch ausrauben, verhören, um an wichtige Informationen zu gelangen, oder zur Not, wenn möglich ohne Zeugen, endgültig zur Strecke bringen.
Wie es sich für ein "Beat'Em Up"-Spiel gehört, kann der Spieler auf jede Menge Kombos zurückgreifen. Im Laufe des Spiels lassen sich neue Bewegungen erlernen. Ebenso können Gegenstände wie Messer, Rohre oder Bretter aufgehoben oder dem Gegner entrissen werden, um dann als Waffe zu dienen. Für jeden Kampf gibt es Erfahrungspunkte. Beim Erreichen einer neuen Stufe können Fertigkeiten wie Angriff, Kondition oder Technik verbessert werden.
Fazit: "Beat Down: Fists of Vengeance" bringt frischen Wind in das Prügelspiel-Genre und bietet mehr Spieltiefe, als dies bei anderen Games des Genres der Fall wäre. In offenen Straßenkämpfen lässt die KI der Gegner jedoch gelegentlich zu wünschen übrig - oft hängen diese an bestimmten Punkten fest und nähern sich erst, wenn der Spieler selbst auf diese zusteuert. Grafisch darf man sich keine Pracht à la "Tekken" erwarten und auch musikalisch hätte man für mehr Abwechslung sorgen können - die Ghetto-HipHop-Sounds wirken schnell monoton. Dennoch: Fans des "Beat'Em Up"-Genres sollten ein Auge auf diesen Titel werfen.
Platform: PS2 (getestet), Xbox
Publisher: Capcom
Krone.at-Wertung: 76%
von Sebastian Räuchle
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