24.11.2005 12:27 |

Ratgeber

"Mami, ich kann nicht schlafen..."

"Mami, ich kann nicht schlafen...". Ein Satz, dem man gar nicht gern hört. Da hat man endlich seine Ruhe, und dann kann der Nachwuchs nicht schlafen! Was jetzt? Man kann die Kleinen ja nicht zum Schlafen zwingen. Krone.at gibt Rat!

Treten Schlafstörungen auf, so kann dies auf organische oder andere Ursachen zurückzuführen sein. Hinweise auf eine organische Schlafstörung (etwa durch Apnoe, Problemen mit den Atmungsorganen oder durch Krankheiten) sind unruhiger Schlaf, starkes Schnarchen, Beinschmerzen, etc. In diesen Fällen wird der Kinderarzt den Patienten zur weiteren Abklärung vermutlich in ein Schlaflabor überweisen. 

Wesentlich häufiger sind jedoch Schlafstörungen ohne organische Ursachen. Dahinter können je nach Alter Ängste, Reizüberlastung oder auch falscher Erziehungs- bzw. Lebensstil stecken. 

Fehlendes Durchschlafen im Säuglingsalter ist keine Schlafstörung, sondern eine schrittweise Anpassung an den normalen Schlafrhythmus.

  • Verständnis für den noch fehlenden Rhythmus. 
  • Erhöhte Regelmäßigkeit im Tagesablauf mit ausgeprägten Unterschieden zwischen Tag und Nacht. 
  • Keine stimulierenden Spiele vor dem Schlafengehen, sondern beruhigende Rituale. 

Im Kleinkindalter sind es dann meist diverse Ängste, die ein Kind wachhalten: Die Angst vor Dunkelheit, vor dem Alleingelassenwerden, vor Geistern, Räubern, etc. 

  • Bei Ängsten mit viel Verständnis reagieren. Lass im Kinderzimmer ein kleines Licht brennen, nimm dem Kind durch regelmäßige Gespräche die Ängste, beruhige es nach einem Albtraum. 
  • Wichtig sind auch Einschlafrituale wie das Vorlesen einer Gutenachtgeschichte, ein Abendgebet, ein Glas Milch etc.  
  • Kommt es trotzdem immer wieder zu nächtlichen "Besuchen" im Schlafzimmer, ist Konsequenz wichtig: Ein Kind gehört nicht ins elterliche Bett! Hier muss man Grenzen setzen. Hat das Kind Angst, sollte man diese zerstreuen, die Tür zum Kinderzimmer offen lassen, damit es Hintergrundgeräusche hört. Aber das Kind sollte im eigenen Bett schlafen.

Im Schulalter sind oft Schulängste der Grund für Schlafstörungen.

  • Die Schule nicht von vornherein negativ und als "Ernst des Lebens" hinstellen.
  • Dem Kind Geduld und individuelle Hilfe geben, aber auch klare Regeln für eine übersichtliche Arbeitseinteilung aufstellen.

In der Pubertät enstehen zusätzliche Schlafprobleme durch zunehmende Unregelmäßigkeit des Tagesablaufs und Reizüberflutung durch Computer, Fernsehen, elektronische Spiele etc.

  • Achte darauf, dass dein Kind abends nicht stundenlang Computer spielt oder vor dem Fernseher sitzt, sondern schaffe vor dem Schlafengehen ein ruhiges, entspanntes Klima. 
  • Sorge für einen regelmäßigen Tagesablauf. 
  • Eventuelle Probleme sollten tagsüber angesprochen und Lösungen gemeinsam erarbeitet werden.

Sonntag, 20. Juni 2021
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