Blamage gegen Ecuador

Deutschlands Presse tobt: „So sind wir bald raus!“

Obwohl Deutschland vor dem dritten und letzten Gruppenspiel bereits als Gruppensieger feststand, herrscht bei unseren Nachbarn nach der peinlichen 1:2-Niederlage gegen Ecuador großes Entsetzen und Kopfschütteln. „So sind wir bald raus!“, titelt die „Bild“-Zeitung knallhart. Auch andere Medien gehen wenig zimperlich mit der Elf von Trainer Julian Nagelsmann um. 

„Neuer greift ins Leere. Niemand überzeugt. Unser Tor hätte nicht mal zählen dürfen“, rechnet die „Bild“ mit der deutschen Nationalmannschaft ab.

„DFB-Team wird erschreckt im Geisterhaus“
Ähnlich sah es die „Frankfurter Allgemeine“. „Sportliche Auswirkungen hat die Niederlage nicht. Doch es gibt Grund zur Sorge, wenn man sieht, wie viele Dinge der Gegner besser machte.“ Und die Zeitung fügte hinzu: „Das DFB-Team wird erschreckt im Geisterhaus. Die Nationalelf verlor, weil das Glück irgendwann aufgebraucht ist und auch der Glücksbringer keines mehr bringt. Nun fühlt es sich an, als würden die Wände immer näher kommen.“

„Eine Leistung, die wenig Hoffnung macht“
Und die „Süddeutsche Zeitung“ setzte noch einen drauf: „Eine Leistung, die wenig Hoffnung macht. Nicht mal Deniz Undav konnte diesmal rettend eingreifen.“

Klopp: „Wir haben den falschen Fußball gespielt“
Auch Redbull-Fußballchef und TV-Experte Jürgen Klopp äußerte sich sehr kritisch: „Wir haben auf dem stumpfen Rasen gegen einen aggressiven Gegner die falschen Mittel gewählt. Wir haben den falschen Fußball gespielt. Wir hatten keine Tiefe im Spiel ab Minute zwölf. Wir haben den Gegner spielen lassen und im tiefen Block verteidigt. Das sah fast so aus, als ob wir das mal testen wollten.“

DFB-Kapitän Joshua Kimmich
DFB-Kapitän Joshua Kimmich(Bild: AFP/ALEXANDER HASSENSTEIN)

Schweinsteiger: „Wir sind nicht Weltspitze“
Und auch Bastian Schweinsteiger, Weltmeister von 2014 und nun wie Klopp TV-Experte: „Das war ein kleiner Nackenschlag. Wo stehen wir? Gegen die Elfenbeinküste gerade noch gewonnen, gegen Ecuador verloren. Ich hätte mir ein bisschen mehr erwartet. Wir sind nicht Weltspitze, wir sind aber auch nicht schlecht.“

Auch Hummels macht sich Sorgen
Auch Weltmeister und TV-Experte Mats Hummels machte sich direkt nach dem Spiel große Sorgen um die DFB-Mannschaft. „Wenn man in so einem Spiel so viele Ballverluste hat und am Ball unruhig wird, wie soll es dann werden, wenn es um alles geht, wenn es gegen Frankreich geht, wenn du weißt, dass jeder Fehler das Ausscheiden bedeuten kann?“ 

Die DFB-Elf nach dem Schlusspfiff.
Die DFB-Elf nach dem Schlusspfiff.(Bild: AFP/ALEXANDER HASSENSTEIN)

DFB-Teamchef: „Zu viel Freestyle nach der frühen Führung“
„Leider haben wir direkt nach dem Tor angefangen, Harakiri in der Positionierung zu machen, dann wurde es schwer“, haderte DFB-Teamchef Julian Nagelsmann nach dem Schlusspfiff bei MagentaTV. „Was wir lernen müssen, ist, dass wir nach so einem guten Start es auch souveräner spielen können. Es war ärgerlich, dass wir den Gegner selbst zurück ins Spiel geholt haben. Zu viel Freestyle nach der frühen Führung“, ergänzte der 38-Jährige in der ARD.

DFB-Teamchef Julian Nagelsmann
DFB-Teamchef Julian Nagelsmann(Bild: AP/Steve Luciano)

Kimmich: „Verdiente Niederlage“
„Wir sind gut ins Spiel gekommen, gehen früh in Führung. Wir haben dann wieder zu viele Ballverluste, laden dadurch den Gegner ein und machen ihn stark. In der zweiten Halbzeit war es eine verdiente Niederlage. Trotzdem ist nichts passiert zum Glück“, sagte Kapitän Joshua Kimmich und ergänzte: „Wir dürfen uns keine weitere Niederlage erlauben, das ist klar. Wir dürfen nicht in jedem Spiel ein, zwei Gegentore bekommen. Wir müssen die Ballverlustquote minimieren. Dann können wir auch jeden schlagen.“

„WM-Geschichte“: Euphorie in Ecuador
Große Freude herrschte hingegen natürlich beim deutschen Gegner. „Ecuador schrieb eines der größten Kapitel seiner WM-Geschichte, indem es den viermaligen Weltmeister Deutschland mit 2:1 besiegte. Dieser Sieg markiert den ersten Sieg der La Tri überhaupt gegen eine Mannschaft, die bereits den WM-Pokal gewonnen hat“, schreib die ecuadorianische Zeitung „El Universo“.

CDU-Politiker gratulierte ecuadorianischem Präsidenten 
Nach der DFB-Pleite gratulierte der CDU-Außenpolitiker Peter Beyer dem ecuadorianischem Präsidenten Daniel Noboa. Dessen Reaktion: Ein Verweis auf seine Zeit in einer deutschen Schule in Ecuador und der Satz „Deutschland wird immer in meinem Herzen sein“. Für beide Teams geht es nun im Sechzehntelfinale weiter.

Für beide Nationen geht es nun im Sechzehntelfinale weiter. Die endgültige Entscheidung, auf wen Deutschland und Ecuador treffen, fällt erst am Sonntagmorgen, wenn alle Gruppenspiele gespielt sind. Deutschland trifft auf einen Gruppendritten, Ecuador auf einen Gruppenersten. 

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