Ob man so ein schickes Faltdachauto Cabrio nennen muss, sei dahingestellt. Fiat macht das beim 500C ja ähnlich, weil C für Cabrio steht, sich aber in Wahrheit auch nur eine Stoffbahn im festen Rahmen nach hinten schiebt. Bei beiden verbietet sich eigentlich ein Vergleich mit echten Cabrios, obwohl man den DS3 bei Citroën gerne in einem Atemzug mit dem Mini-Cabrio nennt. Nein.
Aber abgesehen von der Nomenklatur ist der kleine Schnuckel echt gelungen. In 16 Sekunden öffnet sich das Dach elektrisch bei voller Fahrt (bis Tempo 120) und lässt die Sonne rein, wenn sie scheint. Das ist ganz wunderbar, auch dann, wenn es nur ein paar Grad plus hat, denn es zieht nicht sehr stark in den Innenraum und die Heizung macht einen guten Job. Schade ist nur, dass es ab 90 km/h zu wummern anfängt. Lösung: langsamer fahren oder Fenster öffnen. Dazu sollte es dann aber schon etwas wärmer sein.
Blickfang mit Häubchen
Optisch macht der kleine Falter offen wie geschlossen was her. Er hat wie die stofflose Version das scheinbar schwebende Dach und die Haifischflosse an der B-Säule. Dazu vorne die bösen LED-Tagfahrlichter in den seitlichen Schlitzen der Bugschürze. Hinten leuchten LED-Leuchten mit 3D-Effekt, bei deren Gestaltung der Designer gerade an Bentley gedacht haben dürfte.
Zwischen den Designerlampen schwingt ein Kofferraumhäubchen nach oben und gibt eine Ladeluke frei, die wirklich bestenfalls als Luke bezeichnet werden kann. Großes Gepäck passt da nicht durch, obwohl der Kofferraum an sich mit 245 Liter gar nicht so klein ist (mit HiFi-System oder echtem Reserverad wird's weniger). Außerdem lässt sich der Stauraum durch Umklappen der serienmäßig 1:2 geteilten Rücksitzlehne erweitern.
Motoren von sparsam bis rasant
Ich war mit dem 156 PS starken Topmodell unterwegs, das richtig Spaß macht. Der Motor klingt zart aggressiv, ohne sich aufzudrängen, liefert ein leichtes Brabbeln und geizt nicht mit tiefen Frequenzen. Und er klingt niemals angestrengt, was ideal ist für ein Auto, das gelassenen Lifestyle verkörpert. Das manuelle Sechsganggetriebe arbeitet butterweich und exakt, das Fahrwerk komfortabel. Im Vergleich zum Mini oder zum Abarth 500 geht es deutlich entspannter zu.
24.760 Euro ruft Citroën für diese offene Rennsemmel in der obligatorischen Ausstattung "Sport Chic" auf, das sind knapp 3.000 Euro mehr als für die Festdachvariante. Im Testwagen waren dann auch noch Extras für 2.500 Euro drin. Doch es muss nicht immer Kaviar sein, das Einstiegsmodell kostet 19.390 Euro. Dafür bekommt man einen Dreizylinder-Benziner mit 82 PS und zum Beispiel Tempomat und Parksensoren, aber keine Klimaanlage. Weitere Motorisierungen sind ein 120-PS-Vierzylinder-Benziner und ein Diesel mit 92 PS, der ausschließlich mit (gewöhnungsbedürftigem) automatisiertem Schaltgetriebe erhältlich ist und mit 3,8 l/100 km Normverbrauch als Sparefroh fungiert.
Und damit sind wir wieder beim Frühling und dem Cabrio, die so gut zusammenpassen. Einen großen Unterschied gibt es: Lässt man die Bezeichnung "Frühling" weg, ist das Wetter immer noch nicht okay. Streicht man beim DS3 Cabrio die Bezeichnung "Cabrio", bleibt ein richtig gelungener offener Kleinwagen. Und der ist voll okay.
Warum?
Warum nicht?
Oder vielleicht …
… Fiat 500C, bald Opel Adam – oder doch ein Mini Cabrio?
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