Ein Haufen Ferraris

Nach Massen-Crash von Supersportlern jetzt Anklage

Motor
18.03.2013 17:26
Nach einem der spektakulärsten (und dabei zugleich relativ harmlosen) Verkehrsunfälle wird nun Anklage gegen zehn Autofahrer erhoben. In einer unglaublichen Massenkarambolage war in Japan im Herbst 2011 ein ganzer Pulk von Luxussportwagen zerstört worden, darunter acht Ferraris und ein Lamborghini. Der geschätzte Wert der Fahrzeuge vor dem Crash: 2,8 Millionen Euro.

Die Fahrzeuge waren nicht etwa für einen Dreh von "Nur 60 Sekunden" oder "Fast and Furious" unterwegs, sondern zu einer Autoshow in Hiroshima. Am Steuer eine Gruppe Sportwagenfans von der drittgrößten japanischen Insel Kyushu, die auf der Fahrt offensichtlich ihren Spaß hatten. 

Laut Augenzeugenberichten waren sie an der Unfallstelle viel zu schnell unterwegs, von 140 bis 160 km/h ist die Rede, 80 km/h sind dort auf der zweispurigen Chugoku-Autobahn im Südwesten der japanischen Hauptinsel Honshu erlaubt. Angeblich war die Fahrbahn nass, jedoch zeigen Videos von der Unfallstelle trockene Straße und blauen Himmel.

Nach Polizeiangaben lief der vorausfahrende Ferrari 430 Scuderia auf ein langsameres Fahrzeug (wahrscheinlich der beschädigte Toyota Prius) auf und wollte es überholen. Beim Wechsel von der rechten auf die linke Spur krachte er in die Leitplanke, wurde zurückgeschleudert und traf den Prius. Die meisten der nachfolgenden Autos - insgesamt bestand die Gruppe aus 20 Luxuskarossen - konnten nicht mehr bremsen und krachten ineinander bzw. ihrerseits in die Leitplanke. 

So könnte es abgelaufen sein: Der schwarze S-Klasse-Mercedes bremst nach dem Crash des führenden Ferrari, der Fahrer des weißen Ferrari 512 kracht erst ihm ins Heck, dann in bzw. unter die linke Leitschiene. Der zweite F 430 kann einen Unfall zunächst verhindern, die beiden nachfolgenden F 355 und F360 jedoch nicht. Dahinter landet ein weiterer F 355 in der Leitplanke. Dahinter geht das Spiel munter weiter.

Die Insassen, alle zwischen 37 und 60 Jahre alt, kamen glimpflich davon. Je fünf Fahrer und Fahrerinnen wurden mit Quetschungen und Schnittwunden ins Krankenhaus eingeliefert, schwerere Verletzungen hat keiner erlitten. 

Insgesamt waren 14 Autos beteiligt: acht Ferrari, ein Lamborghini, drei Mercedes und zwei Toyota.

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