Die Idee, getrennt zu Bett zu gehen, wird in einer Gesellschaft, in der gemeinsames Schlafen als Symbol einer harmonischen Beziehung gilt, von vielen als alarmierend betrachtet. Tatsächlich kann getrenntes Schlafen für Paare viele Vorteile haben – für die Gesundheit und auch die Partnerschaft!
Eine sogenannte „Sleep-Divorce“ („Schlafscheidung“) muss also keineswegs zu einer echten Trennung führen. Mitunter wurden dadurch bereits etliche Ehen gerettet.Schließlich sind Geräusche, unterschiedliche Schlafenszeiten, nächtliches Fernsehen oder auseinandergehende Meinungen bezüglich Frischluftzufuhr Themen, die zu ernsten Streits und Krisen führen können. Mit getrennten Betten kommen diese Konflikte gar nicht erst auf.
Frauen ruhen besser
Vor allem Frauen dürften von der „einsamen Nachtruhe“ profitieren. Sie schlafen besser ohne jemand anderen in ihrem Bett, wie Verhaltensbiologen der Universität Wien herausfanden. Die Forscher legten nahe, dass „sie“ in ihrem Schlafverhalten auf die Anwesenheit eines Bettpartners wesentlich sensitiver reagiert als „er“. Bei Männern verhält es sich übrigens umgekehrt: Ihr Schlaf ist ruhiger und erholsamer, wenn sie die Nacht neben ihrer Partnerin verbringen.
Schnarchen als Problem
Mag sein, dass dies auch mit störenden Schnarchgeräuschen zu tun hat, die durchaus öfter von Männern stammen. Denn fast 60 Prozent von ihnen, aber nur rund 40 Prozent der Frauen schnarchen in irgendeiner Form. Das vermag übrigens nicht nur störend zu sein, sondern auch ein Zeichen für schwerwiegendere Gesundheitsprobleme.
Schlafapnoe stellt hier etwa eine Erkrankung dar, bei der die Atmung während der Nacht wiederholt aussetzt, was zu einem unruhigen Schlaf und mitunter schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen kann, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hier sollte daher unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Viele zögern, getrennt zu schlafen
Auch wenn es ihrer Beziehung und Schlafgesundheit sogar guttun würde – einer der Hauptgründe, warum Paare zögern, getrennt zu schlafen, ist die Angst, dass dies zu einem Verlust von Nähe führen könnte. Schlafen wird nämlich als intime gemeinsame Zeit wahrgenommen. Viele befürchten, getrennte Betten könnten bedeuten, dass die Beziehung und das Sexleben nicht mehr „laufen“.
Diese Angst ist jedoch oft unbegründet. Durch ihre individuelle Nachtruhe haben etliche Menschen sogar eine bessere Beziehung, weil sie gut schlafen, ausgeruhter und schließlich weniger gereizt sind.
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