Jubel in Laos

Erster Goldsucher aus überfluteter Höhle befreit

Ausland
29.05.2026 18:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Es ist ein Kampf gegen die Zeit. Seit zehn Tagen sitzt eine Gruppe von Goldsuchern in einer überfluteten Höhle in Laos fest. Am Freitag brandete Jubel auf, als einer der Eingeschlossenen befreit wurde. Gleichzeitig gibt es mittlerweile kaum noch Hoffnung, zwei weiterhin vermisste Männer lebend zu finden.

Auf einem vom US-Sender CNN verbreiteten Video war zu sehen, wie der mit Schlamm bedeckte Mann langsam und von Helfern gestützt aus dem Berg stieg. Die anderen vier Männer sollen nun nach und nach aus ihrem klaustrophobischen Gefängnis befreit werden. 

Obwohl die Goldsucher schon am Mittwoch lebend in einer Kammer der Höhle entdeckt worden waren, dauerte es lange, bis die eigentliche Bergung starten konnte. Die Rettungsaktion galt wegen enger Tunnel, hoher Wasserstände und akuter Einsturzgefahr als extrem riskant.

Der Moment, als die Retter die fünf Eingeschlossenen gefunden haben:

Intensive Proben vor Evakuierung
Vor der Bergung hatten die Rettungsteams intensiv den Ablauf der Evakuierung geprobt. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurde jedes Detail durchgespielt, um sowohl die Sicherheit der Männer als auch der Taucher in den extrem engen Tunneln der Höhle zu gewährleisten. Auf veröffentlichten Fotos und Videos war ein Retter zu sehen, der während der Übung auf einer speziell entwickelten Trage befestigt war, die eigens für die extrem schmalen Passagen konstruiert wurde.

Durch ununterbrochene Pumparbeiten seien die Wasserstände zuvor deutlich gesunken, hatte die laotische Rettungsorganisation weiter mitgeteilt. Darauf hatten die Teams gehofft. Erfahrene Höhlentaucher hatten zuletzt erklärt, dass die Goldsucher kaum durch die schmalen Tunnel hätten tauchen können, weil sie keinerlei Erfahrung hätten.

Offenbar mussten sie nun aber doch zumindest zeitweise tauchen. Der malaysische Höhlentaucher Lee Kian Lie sagte dem Sender CNN, die Männer sollten jeweils das Bein eines voraus schwimmenden Tauchers festhalten, um sicher durch die überfluteten Tunnel geführt zu werden. „Es ist nicht einfach“, kommentierte ein an der Rettung beteiligter thailändischer Taucher in sozialen Netzwerken. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Chancen für zwei Vermisste „sehr gering“
Für zwei weitere Vermisste gibt es hingegen kaum noch Chancen. Rettungskräfte hätten inzwischen rund 95 Prozent des Tunnelsystems durchsucht, bisher aber keine Spur der beiden entdeckt, sagte der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi dem Sender ThaiPBS World. „Wir haben nicht mehr viele Orte übrig, an denen wir suchen können“, erklärte er. Die Chancen seien „sehr gering“.

Die Rettung galt von Anfang an als hochriskant. Nach Angaben der Taucher herrscht in den engen Tunneln praktisch keine Sicht. „Unter Wasser tasten wir mit Armen und Beinen“, sagte Paasi. Teilweise müssten Taucher sogar ausatmen, um sich durch die engen Passagen zwängen zu können. Zudem bestehe bei Regen jederzeit die Gefahr neuer Überflutungen oder Einstürze. Es herrscht derzeit auch Monsunzeit. Die Einsatzkräfte hatten auch nach alternativen Zugängen und natürlichen Schächten im Berg gesucht, durch die eine Rettung möglich wäre – jedoch offenbar erfolglos.

Die Goldsucher haben sich mit Videobotschaften bei ihren Angehörigen gemeldet: „Es geht uns gut, ...
Die Goldsucher haben sich mit Videobotschaften bei ihren Angehörigen gemeldet: „Es geht uns gut, wir sind nur ein bisschen müde. Macht euch keine Sorgen.“(Bild: AP)

Extrem schwer zugängliche Region
Mittlerweile haben die Behörden mit schwerem Gerät eine Straße durch den Dschungel zur Goldmine gebaut, denn die abgelegene Region ist extrem schwer zugänglich. Damit sollte unter anderem den Krankenwagen die Zufahrt erleichtert werden. Zudem entstand ein Auffangbecken für das abgepumpte Wasser.

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