Wegen Putins Raketen

Selenskyj übermittelt Waffenwunschliste an Trump

Außenpolitik
27.05.2026 19:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich wegen mangelnder Flugabwehr per Brief mit einem Hilfsgesuch an Washington gewandt. In dem Schreiben skizziert der Ukrainer, dass die aktuellen Abmachungen den brutalen Angriffswellen Moskaus nicht mehr gerecht werden würden – und der Kreml seinen „letzten Vorteil“ aktuell gnadenlos ausspielt.

Wenn es um die Raketenabwehr gehe, verlasse sich Kiew auf seine Freunde auf der ganzen Welt, heißt es laut „The Kyiv Independent“ in dem Brief, der mehreren Medien vorlag.

Beim Schutz gegen ballistische Raketen sei die Ukraine aber fast vollständig von den USA abhängig, schrieb Selenskyj demnach weiter.

Laut Bericht beklagt Selenskyj auch, dass Waffenlieferungen über das PURL-Programm, das den Kauf von US-Waffen für die Ukraine durch NATO-Verbündeten vorsieht, nicht mehr der Bedrohungslage des Landes entsprechen. Nur mit einer intensiveren Unterstützung der USA werde „das Leben siegen“, so der ukrainische Präsident.

Es würde nun darum gehen, Putin bei ballistischen Raketen den „letzten Vorteil auf dem Schlachtfeld“ zu rauben. Das sei eben nur mit US-Unterstützung – und entsprechenden Abwehrsystemen möglich. Selenskyj nennt in seinem Brief beispielsweise Patriot- und PAC-3-Raketen. Erst wenn Moskau keine Vorteile mehr habe, würde Putin zu Verhandlungen gezwungen werden können, ist sich der Ukrainer sicher.

Moskau nimmt Kiew ins Visier
Erst am Wochenende hatte Russland die Ukraine, vor allem die Hauptstadt Kiew, mit einem der bisher schwersten Angriffe überzogen. Dabei setzte Moskau auch die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik ein.

Dieser Angriff galt eigentlich bereits als Racheakt für einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Wohnheim in Starobilsk im von Russland besetzten Gebiet Luhansk. Moskau kündigte aber einen weiteren massiven Angriff gegen Kiew an.

Den Angaben der Besatzungsbehörden zufolge kamen bei der Attacke in der vergangenen Woche 21 Zivilisten ums Leben. Der Generalstab in Kiew teilte wiederum mit, dass der Angriff in Luhansk einer Drohneneinheit des russischen Militärs gegolten habe.

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