"Besser als Sperre"

Netzwerke: Iran plant kontrollierten Zugang

Web
07.01.2013 08:16
Die iranischen Behörden wollen mithilfe einer speziellen Software einen eingeschränkten und kontrollierten Zugang zu Internet-Plattformen wie Facebook und Twitter einführen. "Eine intelligente Kontrolle sozialer Netzwerke ist besser als eine komplette Sperre", sagte der Polizeichef des Landes, Ezmail Ahmadi Moghadam, der Tageszeitung "7sobh" vom Sonntag.

Mit einer "intelligenten Software" könnten die Nachteile der Netzwerke vermieden und die Vorteile genutzt werden, sagte Moghadam. Auf Pläne für eine selektive Nutzung von Facebook könnte auch hindeuten, dass auf Facebook Mitte November eine anscheinend offizielle Seite des Ayatollahs Ali Khamenei auftauchte.

Facebook, Twitter und YouTube fallen im Iran wie Zehntausende andere Websites unter die staatliche Zensur. Besonders stark wird das Internet seit den Massendemonstrationen gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad im Juni 2009 überwacht, weil Facebook und Twitter bei der Organisation der Proteste eine zentrale Rolle spielten. Eine eigens eingerichtete Internetpolizei kontrolliert seitdem etwa regierungskritische Blogs. In den vergangenen drei Jahren wurden mehrere Blogger inhaftiert.

Viele Iraner umgehen die Zensur durch die Nutzung illegal gehandelter Software, die einen freien Zugang ins Netz ermöglicht, oder durch verschlüsselte Systeme wie VPN. Ein von der Regierung eingerichtetes iranisches Internet wird dagegen vor allem von den Behörden genutzt. 36 Millionen der 75 Millionen Einwohner der islamischen Republik nutzen das Internet.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
07.01.2013 08:16
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung