25.08.2005 19:42 |

Abzocke im WWW

Vorsicht bei Auto(ver)kauf im Internet

Mit ständig neuen Tricks versuchen Betrüger im Internet ahnungslosen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen: "Erst kürzlich hat sich wieder jemand bei uns gemeldet, der beim Verkauf seines Autos beinahe einem Gauner aufgesessen wäre. Diese Fälle häufen sich in jüngster Zeit", berichtet ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka. Vermeintliche Kaufinteressenten privater Autos suchen sich ihre Opfer auf Webplattformen in Österreich oder Deutschland. "Kommt es zum Kaufabschluss wird mit Schecks bezahlt, die nicht gedeckt sind", warnt Zelenka.

So funktioniert der Trick der Internetbetrüger: Sie kontaktieren ihre Opfer als Kaufinteressenten per E-Mail. Die Korrespondenz erfolgt zumeist in englischer Sprache, wobei sich die Betrüger z.B. als Handelsagentur mit Sitz in England ausgeben. Dann geben sie vor, für wichtige Kunden in Übersee ein Fahrzeug zu besorgen.

Kurze Verhandlung, lange Gesichter
Nach kurzen Verhandlungen erhält der Verkäufer einen Scheck aus einem englischsprachigen Land per Post zugeschickt, dessen Summe deutlich über dem vereinbarten Kaufpreis liegt. Der Scheck wird dem Verkäufer problemlos auf sein Bankkonto gutgeschrieben. Er wird aber ersucht, den Mehrbetrag auf ein Konto im Ausland zu überweisen.

Ungedeckter Scheck wird rückgebucht
"Der Scheck ist allerdings ungedeckt und die Gutschrift wird später wieder zurückgebucht", warnt Zelenka. Das wird dadurch möglich, dass zahlreiche Banken Schecks, die in England, Kanada und den USA ausgestellt worden sind, zunächst akzeptieren und gutschreiben, später aber die Gutschrift stornieren, wenn sich der Scheck als ungedeckt erweist.

Die Betrüger bedienen sich des Geldtransfersystems des Finanzdienstleisters Western Union. Bei dieser Bank mit weltweit 115.000 Filialen wird der Mehrbetrag nach Aufforderung der "Käufer" vom Verkäufer bar oder per Überweisung einbezahlt. Der Haken dabei ist, dass weder das Geld zurückgebucht werden kann, noch der Empfänger ermittelbar ist.

Die Masche mit dem Kurier
Die zweite Masche der Betrüger: Ein beauftragter Kurier kommt ins Haus, der das Fahrzeug abholt und sich den Restbetrag in bar auszahlen lässt. Wenn der Scheck dann nach ein paar Tagen platzt, sind das Auto, der ausbezahlte Mehrbetrag und die Täter längst verschwunden. "Außerdem entstehen durch die Gutschrift und das spätere Abbuchen der Schecksumme auf dem Konto des Verkäufers Bankspesen in der Höhe von 75 bis 100 Euro", weiß Zelenka.

Bei Zweifel: Finger weg!
"Wenn auch nur der geringste Zweifel besteht, dass es sich um unseriöses Angebot handelt, Finger weg vom vermeintlichen Schnäppchengeschäft im Internet. Niemand hat etwas zu verschenken", sagt die ÖAMTC-Expertin. "Abgesehen davon, dass man solche Angebote keinesfalls annehmen darf, informiert man am besten auch gleich den Betreiber der Internetplattform." Die Mailkorrespondenz sollte unbedingt zu Beweiszwecken aufgehoben und Anzeige wegen Betrugs erstattet werden.

Freitag, 07. Mai 2021
Wetter Symbol