War es Mord?

Eltern erfahren via Facebook vom Tod ihrer Tochter

Web
29.11.2012 12:39
Der Schock sitzt noch immer tief: Per Facebook haben die Eltern der 17-jährigen Studentin Jasmine Benjamin in den USA vom Tod ihrer Tochter erfahren müssen. Die Todesumstände sind nach wie vor ungewiss, ein Mord ist nicht auszuschließen. Jetzt hoffen Jasmines Mutter und ihr Stiefvater, mithilfe sozialer Netzwerke das Rätsel um den Tod ihrer Tochter zu lösen.

Die 17-jährige Jasmine Benjamin, von ihren Freunden "Jazzy" genannt, war bereits am Sonntag, dem 18. November, tot in einem Lesesaal der Valdosa State University im US-Bundesstaat Georgia aufgefunden worden. Da es keine Anzeichen auf eine äußere Einwirkung gab, war die Polizei zunächst von einer natürlichen Todesursache ausgegangen. Doch eine zwischenzeitliche Autopsie habe "Fragen aufgeworfen", weshalb man nun in einem Mordfall ermittle, berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die zuständigen Behörden.

Per Facebook vom Tod erfahren
Für die Eltern sitzt der Schock gleich doppelt tief: Sie hatten noch vor einer offiziellen Verständigung über Facebook vom Tod ihrer Tochter erfahren müssen. Ein Freund hatte die traurige Nachricht in dem sozialen Netzwerk entdeckt und weitergeleitet. Kurz darauf kam dann für sie die schreckliche Offenbarung, dass ihre Tochter möglicherweise nicht - wie zunächst angenommen - eines natürlichen Todes gestorben sein könnte. Welche Indizien allerdings auf einen Mord schließen lassen, darüber habe man die Familie bislang nicht ausgeklärt, so ihr Anwalt A. Thomas Stubbs gegenüber der AP.

Eltern engagierten Privatdetektivin
Wohl auch deshalb haben Jasmines Mutter Judith Brogdon und ihr Lebensgefährte James Jackson inzwischen eine Privatdetektivin engagiert. Vor allem aber hofft man auf Hilfe aus dem Netz. Laut Bericht haben die Eltern inzwischen ein eigenes Facebook-Profil eingerichtet, über das sie Hinweise von Freunden, Studienkollegen und anderen Personen, denen vielleicht etwas Ungewöhnliches aufgefallen sein könnte, sammeln wollen. "Jede noch so kleine Information, die ein bisschen mehr offenbart als das bereits öffentlich über Jasmines Tod Bekannte, könnte für die Ermittlungen nützlich sein und eine genauere Untersuchung rechtfertigen", so Anwalt Stubbs. Von Interesse seien insbesondere "ungewöhnliche oder zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt veröffentlichte Kommentare über ihren Tod".

Privatdetektivin Robin Martinelli ergänzte am Mittwoch, dass jedes noch so unbedeutend erscheinende Video, das in der Nähe des Tatorts aufgenommen wurde, den Ermittlungen dienlich sein könnte. "Es spielt keine Rolle, ob es zwei Wochen, zwei Stunden oder 20 Minuten davor aufgenommen wurde."

Videokameras kamen zu spät
Dem Bericht zufolge wurden bereits einige Facebook-Kommentare an die ermittelnden Behörden weitergeleitet, die Polizei habe zudem mehrere Zimmer durchsucht und Studenten befragt. Die Tat auf Anhieb klären hätte vielleicht das neue Videoüberwachungssystem der Universität können. Die nötige technische Infrastruktur sei bereits in jenem Raum, in dem Jasmine starb, installiert worden, bei den Kameras sei es laut Universitätssprecherin Theresa Boyd jedoch zu Lieferverzögerungen gekommen. Sie trafen erst ein, als Jasmine, die wie ihre Mutter Krankenschwester werden und anderen Menschen helfen wollte, bereits tot war.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
29.11.2012 12:39
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung