Stell dir vor, Verkehrsschilder sind nicht mehr notwendig, weil die Autobahn direkt mit deinem Auto und allen anderen Lenkern "redet". Eine brandaktuelle Unfallmeldung kommt dann nicht mehr über das Radio oder über einen Überkopf-Wegweiser ins Cockpit, sondern die Info leuchtet direkt auf einem Bildschirm im Auto auf. Etwa so: "Unfall auf der A23 - verlassen Sie in 300 Metern die A2 und weichen Sie über die S1 und die A4 aus!" Oder du bekommst die Nachricht: "Achtung, nasse Fahrbahn in 500 Metern - Vorsicht und runter vom Gas!"
Bures: "Gut informierte Autofahrer sind sichere Lenker"
Reine Zukunftsmusik? Nicht mehr lange! Der Autobahnbetreiber Asfinag arbeitet mit Hochdruck daran, die Telematik im Auto zu realisieren. Also alle Infos maßgeschneidert, genau dann, wenn sie notwendig und exakt dort, wo sie erforderlich sind - und das direkt ins Cockpit. "Gut informierte Autofahrer sind sichere Lenker", sagt Verkehrsministerin Doris Bures. Sie will, dass unsere Autobahnen die sichersten in ganz Europa werden.
"Ab Oktober schon testen die Asfinag und unsere Partner die neue Technologie auf Herz und Nieren - sie könnte in wenigen Jahren selbstverständlich sein", so Vorstand Alois Schedl (siehe Interview in der Infobox). Aber nicht nur Infos zu Gefahren, Staus, Wetter oder Routen-Empfehlungen sollen dann von der Straße punktgenau ins Auto kommen. Auch ob und wie viele Parkplätze in der Nähe frei sind, erfahren die Lenker sofort.
Bei Informationen über die Öffis ist Österreich überhaupt Vorreiter in ganz Europa: Über die Verkehrsleitzentrale werden auch Meldungen eingespielt, wann und wo Autofahrer am besten in Bus oder Bahn umsteigen können. "Dieses Miteinander von Straße und Öffis freut mich besonders, denn so bewältigen wir den steigenden Verkehr auch umweltfreundlich", so Bures weiter.
100 "Krone"-Leser als Testfahrer für "Testfeld Telematik"
Das sogenannte "Testfeld Telematik" ist dabei ein 45 Kilometer langes Autobahn-Dreieck (A4 - S1 - A23) im Süden Wiens. Dort können "Krone"-Leser schon ab November die Mobilität der Zukunft testen. Mehr als 150 eigens errichtete Sensoren und über 150 Verkehrskameras messen und beobachten permanent die aktuelle Straßensituation, den Verkehr oder das Wetter. Diese Infos werden zusammen mit jenen in der Asfinag-Verkehrsleitzentrale über 40 Sendestationen passgenau und in Echtzeit in das Fahrzeug über ein WLAN-Netz übertragen. Die richtigen Infos, wenn sie gebraucht werden und auch genau dort, wo sie gebraucht werden.
Die Asfinag sucht nun für einen großen Versuch 100 Testfahrer. Voraussetzung: Wer beruflich oder privat täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich auf diesem Autobahn-Dreieck unterwegs ist und ab November bis ins Frühjahr 2013 Testpilot der Asfinag werden will, kann sich ab jetzt unter www.testfeld-telematik.at/Testfahrer bewerben. "Berichten Sie uns, wie die neue Technologie im Echttest klappt - Ihre Erfahrungen fließen in das Projekt ein", so Diplomingenieur Marko Jandrisits.
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