29,13 Millionen VW Golf wurden über sechs Generationen seit 1974 verkauft, in Österreich ist er seit 1978 jedes Jahr das meistverkaufte Auto. Auf dieser Basis lässt es sich gut ausruhen – oder kräftig weiter entwickeln, denn Stillstand ist Rückschritt, um den abgelutschten Spruch an dieser Stelle zu bemühen.
Und Letzteres hat man getan im Konzern. Herausgekommen ist der Modulare Querbaukasten, der die Basis nicht nur für die künftigen Fahrzeuge des Konzerns ist, sondern auch Anlass für Glücksseligkeit bei Entwicklern und Kostenrechnern. Er bietet fast unendliche Möglichkeiten und spart Entwicklungskosten in ganz neuen Größenordnungen. 3,5 Millionen Fahrzeuge jährlich sollen sich in Zukunft Komponenten teilen, wobei die Kosten um ein Fünftel sinken sollen. Das kommt den Aktionären, aber auch den Kunden zugute, weil nicht nur der Gewinn steigt, sondern auch die Preise ein Stück weit sinken. Immerhin kostet der neue Golf in der Basisversion nicht mehr als der alte, ist aber besser ausgestattet und verfügt über modernste Technik.
Lange Liste an Serienausstattung
Folgendes ist in jedem Basis-Golf der 7. Generation in Österreich Serie: sieben Airbags, ESP, Radio Composition Touch, Einfüllstutzen mit Fehlbetankungsschutz (für die Diesel), Gepäckraumabdeckung (verstaubar), ECO-HMI (verbrauchsbezogene Darstellungen und Hinweise in der Multifunktionsanzeige), Multikollisionsbremse, elektronische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion, elektronische Differenzialsperre XDS, Reifenkontrollanzeige, Start-Stopp-System inkl. Bremsenergie-Rückgewinnung, variabler Ladeboden. Außerdem Tagfahrlicht, 195er-Reifen (15 Zoll), Diffusor im Heckbereich, Wärmeschutzverglasung grün, Klimaanlage, verschließbares Handschuhfach, Einstiegshilfe Easy Entry (Zweitürer), Mittelkonsole mit Ablagefach, asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzlehne, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Außentemperaturanzeige, elektrische Fensterheber an allen Türen, Heckscheibenwischer mit Intervallschaltung, elektromechanische Servolenkung, Lenkung mit Höhen- und Längseinstellung, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Fahrersitz mit Höheneinstellung, sicherheitsoptimierte Kopfstützen und Müdigkeitserkennung.
Darüber hinaus gibt es natürlich noch zwei höhere Ausstattungsniveaus und jede Menge Extras, sodass es nicht bei den knapp 18.000 Euro bleiben muss, die der Basis-Golf in Österreich kosten wird. Es wird nicht schwer sein, mehr als das Doppelte zu investieren, um sich ein edles Understatement-Fahrzeug vor die Villa stellen zu können.
Eine Ikone kann man nicht radikal designen
In Sachen Design bleibt VW auf dem bisher so erfolgreichen Weg, auf dem Kohärenz wichtiger ist als Überraschungen. "Man muss etwas aufgreifen, ohne sich dabei zu wiederholen", beschrieb Designchef Walter de Silva das Kunststück, den Golf von Generation zu Generation weiterzuentwickeln, ohne dabei den Wiedererkennungswert zu verlieren. Der neue Golf sieht aus wie ein Golf, man erkennt das Moderne, aber der noch aktuelle Golf 6 altert dadurch optisch nicht. So sieht gutes, auf Langfristigkeit gedachtes Design aus. Trotz kritischer Kommentare von Lesern auf unserer Facebook-Seite über das Design: Man muss kein sehr fähiger Prophet sein, um dem neuen Golf einen erfolgreichen Weg vorauszusagen, trotz massiver Konkurrenz sowohl konzernintern als auch etwa aus Korea.
Aufsichtsratschef Piech sagte am Rande der Veranstaltung, er sehe keinen ebenbürtigen Konkurrenten zum neuen Golf. Gefragt, was die größte Gefahr für den aufstrebenden Volkswagen-Konzern sei, antwortete Piech: "Hochnäsigkeit in den eigenen Reihen." Auf die Frage, welche Konkurrenten VW derzeit am meisten zu schaffen machten, sagte er: "Keiner." Nach ersten Eindrücken des neuen Wolfsburgers und angesichts des Preises ist das durchaus nachvollziehbar.
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