Der Bursche hatte die 15 Jahre alte Joyce Winsie Hau im Jänner vorsätzlich getötet, weil diese nach Darstellung der Staatsanwaltschaft auf Facebook das Gerücht verbreitet hatte, dass ihre beste Freundin Polly Sex mit mehreren Burschen habe. Dafür wollte sich Polly angeblich rächen. Wochenlang habe sie mit ihrem Freund ein Mordkomplott geschmiedet. Die beiden Anstifter – ihr Verfahren wird im Oktober fortgesetzt - sollen dem Täter zwischen 20 und 100 Euro gezahlt haben.
Am 14. Jänner stach dieser schließlich auf Winsie im Eingang ihres Elternhauses in Arnheim ein. "Ganz bewusst in Hals und Gesicht", erklärte die Richterin. Zuvor soll er noch gerufen haben: "Sorry, ich muss das tun." Der Vater wurde beim Versuch, seiner Tochter zu helfen, ebenfalls mit dem Messer angegriffen und verletzt. Das Mädchen starb fünf Tage später im Krankenhaus.
Motiv weiter unklar
Das Motiv des bereits vorbestraften Täters bleibt unklar. Er ist Gutachten zufolge nur vermindert zurechnungsfähig und psychisch gestört. Seine Verteidiger führten an, dass die beiden Anstifter ihn unter Druck gesetzt hätten.
Das aber ließen die Richter nicht gelten. "Du hast soziale und psychische Störungen", sagte Richterin Vierveijzer. "Dafür musst du behandelt werden." Das Urteil fiel noch höher aus als die von der Staatsanwaltschaft geforderten zwei Jahre Zwangstherapie in einer Anstalt für jugendliche Straftäter. Ein Jahr der Therapie wird allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Die Behandlung kann verlängert werden.
Facebook-Mord erschütterte Niederlande
Der Mord hatte die Niederlande erschüttert. Im Internet zeigten viele Niederländer ihre Empörung und forderten eine höhere Strafe. Da der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat erst 14 Jahre alt war, ist das nicht möglich. Der Vater des ermordeten Mädchens zeigte sich enttäuscht: "Ich habe meine Tochter verloren und er bekommt ein Jahr Gefängnis", sagte er unter Tränen. Er appellierte an die Politiker, das Strafrecht für Jugendliche zu verschärfen, und machte auch das Internet verantwortlich: "Die Gefahren durch Chats und soziale Medien werden unterschätzt", sagte er.
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