Sogar für ihn als Lebensmittelchemiker sei es überraschend gewesen, dass relativ häufig Pflanzenfett verwendet wird, meinte VKI-Geschäftsführer Franz Floss. Die Hersteller argumentieren nach Angaben der Tester mit dem entsprechenden Wunsch der Kunden, VKI und AMA weisen jedoch auf die günstigeren Produktionskosten hin. Verwendet werde zumeist Kokosfett, dass wegen der gesättigten Fettsäuren in seiner Zusammensetzung tierischen Fetten ähnelt und damit keinen gesundheitlichen Vorteil habe.
Das Pflanzenfett wird aus Indonesien und den Philippinen importiert und bringt auf seinem Weg um den halben Globus einen relativ großen CO2-Rucksack mit, wie AMA-Qualitätsmanager Martin Greßl sagte. Wird das Eis in Deutschland und nicht in Österreich hergestellt, dann muss es nicht als "Pflanzenfetteis" in der Bezeichnung deklariert werden. Agrar Marketing Austria fordert eine bessere Kennzeichnung - auf freiwilliger Basis. Von den 22 geprüften verpackten Proben waren laut Floss nur zwei "echte Österreicher".
Wie viel Vanille im Vanilleeis?
Mehr Klarheit verlangte der VKI-Geschäftsführer, was die Verwendung von Vanille betrifft. Vanilleeis darf als solches bezeichnet werden, wenn Bestandteile der Pflanze enthalten sind - und sei es ein Nebenprodukt wie extrahierte Schoten, die kaum noch Aroma haben. Gemahlen sorgen sie für schwarze Pünktchen im Eis und suggerieren laut VKI die Verwendung hochwertiger Vanille. Bei mehr als einem Drittel der verpackten Proben wurden solche extrahierte Vanilleschoten in den Zutatenlisten gefunden.
Der Hinweis "Eis mit Vanillegeschmack" bedeutet, dass zumindest teilweise künstliches Aroma verwendet wurde. Überrascht waren die Tester nach eigenen Angaben davon, dass zahlreiche Proben eine Reihe von Zusatzstoffen aufwiesen: Stabilisatoren, Emulgatoren und Verdickungsmittel. In drei Fällen wies das Eis eine relativ geringe Dichte auf. Anders ausgedrückt: Es steckte viel Luft drinnen.
Kaum was auszusetzen hatten die Tester in Sachen Mikrobiologie: Keine einzige Probe wies gesundheitsschädliche Keime auf. Erhöhte Keimzahlen fanden sich in einer verpackten und einer offenen Probe.
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