Mo, 24. September 2018

Kinder, Kinder!

24.05.2012 22:29

Ziemlich gefährlich: Miserables Ergebnis beim Kindersitztest

Der alljährliche Kindersitztest des ÖAMTC fiel 2012 ernüchternd aus: Kein einziges Produkt erreichte die Bestnote "sehr gut", dafür sind gleich vier Sitze durchgefallen. Zwölf Produkte bekamen immerhin noch ein "gut", ein "befriedigend" wurde sechsmal vergeben.

Beim Frontalaufprall haben sich die Ergebnisse früherer Tests bestätigt: Bei allen sechs der in dieser Kategorie mit "sehr gut" beurteilten Sitze wird das Kind mit dem Rücken zur Fahrtrichtung transportiert. "Bei dieser Transportart findet beim Aufprall nahezu keine Relativbewegung zwischen Kopf und Oberkörper statt, weil der Kindersitz den gesamten Körper des Kindes abstützt. Die Belastungen sowohl für Kopf als auch für Nacken sind somit besonders gering", so ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Erhebliche Mängel beim Frontalaufprall wies der Peg Perego Viaggio Convertibile auf. Die verrutschende Fixierung der Höhenverstellung des Hosenträgergurtes hat schlimme Folgen: Der Dummy fiel zunächst ungebremst nach vorne, um Augenblicke später schlagartig vom Beingurt zurückgehalten zu werden. "Hier drohen massive Verletzungen", mahnt der ÖAMTC-Techniker.

Beim Seitenaufprall versagen Graco Junior Maxi und Graco Logico L. Bei Abnahme der für größere Kinder vorgesehenen Rückenstütze ist kein seitlicher Schutz mehr gewährleistet. Ein Kleinkind würde im Ernstfall ungefiltert gegen Seitentür und -fenster geschleudert werden.

Auch der Kiddy Guardianfix Pro fiel beim Sicherheitstest durch. Wird er nämlich nicht mit der optionalen Isofixhalterung montiert, rotiert der gesamte Sitz beim Aufprall aus dem Sicherheitsgurt und kommt später ungesichert im Fahrzeuginneren zu liegen. Mit Isofixhalterung montiert, tritt dieses Problem allerdings nicht auf.

Isofix fast überall vorhanden
Eine positive Entwicklung ist die weite Verbreitung des Isofix-Befestigungssystems. Laut ÖAMTC sind bereits rund 90 Prozent der Neufahrzeuge serienmäßig damit ausgestattet. Auch der dritte Befestigungspunkt für den "Top Tether Gurt" ist mittlerweile bei nahezu zwei Drittel der neuen Fahrzeuge vorhanden. 15 der getesteten Modelle können zusätzlich oder ausschließlich via Isofix im Fahrzeug montiert werden. "Durch Isofix wird sowohl die Gefahr von Fehleinbauten, als auch das Verletzungsrisiko der Kinder reduziert", so Kerbl.

Der Trend zu Isofix und Top Tether könnte sich noch weiter verstärken, denn ab November 2012 sind diese beiden Befestigungsmöglichkeiten obligatorisch für alle in der EU neu genehmigten Fahrzeugmodelle. Ab November 2014 müssen schließlich alle Neufahrzeuge, die in den Handel kommen damit ausgestattet sein.

Bei der Prüfung auf Schadstoffe erhielten 16 der getesteten Sitze die Bestnote. "Keines der getesteten Produkte ist so hoch belastet, dass es mit 'nicht genügend' bewertet werden musste", meinte der ÖAMTC-Experte. Erfreulich ist das Ergebnis des Modells Maxi Cosi RodiFix. Der Vorgänger dieses Sitzes wurde im Vorjahr wegen stark erhöhter Phthalat-Gehalte mit "nicht genügend" bewertet. Der Hersteller hat laut dem Club reagiert und das Produkt bezüglich der Schadstoffbelastung deutlich verbessert.

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