Di, 14. August 2018

Endlich ausgeglichen

30.09.2011 16:48

Raus aus dem Hamsterrad: Sport gegen Burn-out

Völlig ausgebrannt. Dieses Gefühl kennen immer mehr Menschen. Etwa Frauen, die den Spagat zwischen Beruf, Familie und Haushalt schaffen müssen. Oder jene, die in medizinisch-sozialen Bereichen arbeiten und chronischen emotionalen Belastungen ausgesetzt sind. Probleme am Arbeitsplatz, Reizüberflutung, wachsende Mengen an Aufgaben sind weitere Gründe. Es fehlt der Ausgleich. Sport ist ein guter Fluchtweg aus dem Hamsterrad, um abzuschalten und wieder neue Kraft tanken zu können.

Die größten Risikofaktoren für chronische Überlastung: Ziele werden unrealistisch hoch gesteckt, sodass sie entweder nicht oder nur durch unverhältnismäßig hohen Energieeinsatz erreicht werden. Die Ziele entsprechen nicht den eigenen Bedürfnissen, sondern sind fremdbestimmt oder werden mit unrealistischen Belohnungserwartungen verknüpft.

Wichtig ist, dass Patienten mit Burn-out-Syndrom durch professionelle Hilfe unterstützt werden. Aber Sport eignet sich hervorragend in den Anfangsphasen, ebenso begleitend zu medizinischen und psychotherapeutischen Maßnahmen in schweren Fällen, vor allem aber zur Vorbeugung! Gerade bei chronischer Überlastung und beginnenden Erschöpfungssymptomen sind gesunde Lebensweise und aktive Freizeitgestaltung wesentlich, um einen Zusammenbruch zu verhindern.

Sport als Fluchtweg für Burn-out-Gefährdete
Ausreichend Schlaf, genügend Erholungsphasen und regelmäßige Bewegung stellen die Hauptsäulen für Vorsorge und Therapie. Aber auch sogenannte "Flow-Erlebnisse", glückliche Augenblicke, in denen man sozusagen entrückt, bedeuten Lösung vom Stress des Alltags. Diese können gut durch Sport, Wandern (hier spielt besonders die Wirkung der Natur auf die Psyche eine große Rolle) oder Tanzen erfahren werden.

Ziel ist, Erfahrungen zu sammeln, Veränderungen im Verhalten sowie Erleben und eine positive Körperwahrnehmung auszulösen. Dies erleichtert auch den besseren Umgang mit Energiereserven – die Balance zwischen Anstrengung und Entspannung zu halten – und die Wiederaufnahme von vernachlässigten Sozialkontakten.

Belasten statt überlasten
Wer Stress abbauen will, sollte also seine Sportschuhe schnüren und trainieren – aber mit Maß, nicht bis zur Erschöpfung! Denn belasten statt überlasten, lautet die Devise. Körperliches Training aktiviert nämlich den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System. Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol können leichter abgebaut und schädigende Effekte verhindert werden.

Übertreibt man allerdings, kehrt sich der positive Effekt um. Bei Überbelastung werden ebenso wie durch psychische Überforderung Stresshormone ausgeschüttet. Dies würde ein vorhandenes Burn-out noch verstärken. Deshalb empfiehlt es sich anfangs drei Mal wöchentlich eine halbe Stunde Sport zu treiben, dann langsam das Pensum zu steigern. Empfehlenswert sind Kraft- und Konditionstraining (Laufen, Radeln, Nordic Walking usw.). Ergänzt durch Entspannungsmethoden wie etwa Qigong, Yoga und Atemübungen.

Bewegung als Therapie
Bewegungsprogramme unter Anleitung sind heute oft schon Bestandteil der Burn-out-Behandlung. Wie etwa die Mototherapie. Schwerpunkt ist die Aktivierung, das heißt Verbesserung der körperlichen Beschwerden und Freizeitgestaltung, dazu gehören Spiele und Bewegungsangebote, welche das allgemeine psychische Wohlbefinden fördern.

Bei der konzentrativen Bewegungstherapie wird die Änderung der Einstellung und Verhaltensweisen angestrebt. Bei der integrativen Bewegungstherapie sind die Schwerpunkte loslassen zu können, aber auch Widerstand zu leisten und das Durchsetzungsvermögen zu fördern. Tanztherapie dient dazu, über Bewegungen Gefühle auszudrücken und emotionale Erfahrungen zu bearbeiten.

"Human-Flow-Therapie": Dabei wird versucht, mit bestimmten Aktivitäten (das kann von Achtsamkeitsübungen bis hin zu gezieltem Konditionstraining reichen) einen Zustand von Zufriedenheit und Entspannung zu erzielen, in dem das Zeitgefühl verloren geht. Mit diesem Programm soll die körperliche Leistung kontinuierlich gesteigert werden, während gleichzeitig der Körper in einem Wohlgefühl gehalten wird.

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